EDITORIAL 05/16

It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World

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Christine Albert

In dem Hollywood-Schinken von 1963 musste der Gauner Smiler Grogan sein Geld noch unter zwei Palmen im Park von Santa Rosita vergraben. Heute hätte er es sehr wahrscheinlich in einer Briefkastenfirma an einem Offshore-Standort deponiert. Seit Wochen sind die Enthüllungen der sogenannten Panama Papers weltweit in aller Munde. Zwar stehen bislang Deutsche nicht im Fokus der Enthüllungen, doch ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft bereits seit einem Jahr in der Sache gegen die Chefs der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca. Bundesjustizminister Heiko Maas kündigte nun ein Transparenzregister für Briefkastenfirmen an. Doch unter Wirtschaftsanwälten stößt das auf Skepsis (Interview auf Seite 61).

Sehr viel bedrohlicher gestaltet sich derzeit der mögliche Brexit. Sollten sich die Briten im Juni für einen Austritt aus der EU entscheiden, hätte dies weitreichende Folgen für die europäische Wirtschaft und ihre Berater. (Interview auf Seite 49) Unter anderem würden damit die schlimmsten Befürchtungen von Londons führenden Patent-Prozessanwälten wahr werden. Diese bereiten sich gerade mit Hochdruck auf das neue europäische Patentgericht vor und malen sich gegenüber ihren deutschen Konkurrenten Vorteile aus. Der Brexit würde ihnen einen Strich durch die Rechnung machen (Zwischen Himmel und Hölle auf Seite 30 und Interview auf Seite 6).

Im Mikrokosmos des deutschen Rechtsmarktes schlug unterdessen eine Personalie vergleichbar hohe Wellen: Ein bekannter Hengeler Mueller- Partner wechselt. Mit Team. Zu einer US-Kanzlei. Verrückt. Das hat es bislang noch nie gegeben. Was Achim Herfs künftig bei Kirkland & Ellis in Gang setzen soll, lesen Sie auf Seite 17.

Und weil es in jedem Monat in jedem unserer drei Ressorts Kanzleien, Unternehmen und Recht so viele Ereignisse gibt, die wir tiefer beleuchten wollen, haben wir im Heft Raum dafür geschaffen: Auf den Seiten 5 und 6 lesen Sie künftig Meinungen und Analysen von JUVE-Redakteuren zu Themen aus den Ressorts.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen ganz unaufgeregt Ihre

Christine Albert
(christine.albert@juve.de)

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