EDITORIAL 09/16

Neu aufgelegt

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Astrid Jatzkowski

Vermutlich waren die Flure in Ihrer Firma oder Kanzlei in den letzten Wochen genauso leer wie bei uns. Es herrscht sommerliche Ruhe (übrigens ein Grund dafür, warum diese Ausgabe einige Seiten dünner ist als gewöhnlich). Die beste Zeit, sich ein paar Dauerbrenner der juristischen Zunft noch einmal vorzuknöpfen.

Da wäre zunächst das leidige Thema Bundesrichterwahl (Ja, nein, vielleicht, Seite 52). Selbst die Präsidenten der obersten Bundesgerichte dringen mittlerweile auf Veränderungen. Und dennoch sieht das Bundesjustizministerium keinen akuten Handlungsbedarf. Warum das so ist, wird Heiko Maas im Herbst erklären müssen: Die Grünen haben eine Sachverständigenanhörung im Rechtsausschuss durchgesetzt. Mit Einsicht dürfte aber wohl nicht zu rechnen sein.

Auch schon ein Dauerbrenner ist die Frage, ob eine Wirtschaftskanzlei ein Büro in Luxemburg braucht oder nicht. Immer wieder war die Stadt totgesagt, nun erlebt sie gerade einen kleinen zweiten Frühling. Selten gab es so viel Gründe, über eine Büroeröffnung nachzudenken (Gekommen, um zu bleiben, Seite 28). Der anstehende Brexit ist nur einer davon.

Apropos Brexit – ein Thema mit Potenzial zum Dauerbrenner: In London zeigen sich erste Spuren des Plebiszits. Mehrere britische Kanzleien haben Gehaltserhöhungen auf Eis gelegt. Auch Entlassungen soll es der britischen Branchenpresse zufolge bereits geben, etwa in Immobilienpraxen. Dass der Kommunikationsgigant British Telecom erstmals zwei getrennte Panel aufbaut – UK und Non-UK – dürfte kaum zur Entspannung von Londoner Kanzleien beitragen.

Genießen Sie trotzdem einen entspannten Spätsommer bei hoffentlich anregender Lektüre.

Astrid Jatzkowski
(astrid.jatzkowski@juve.de)

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