EDITORIAL 11/16

Schnöder Mammon

Jatzkowski_Astrid

Astrid Jatzkowski

Schon in unserer letzten Ausgabe ging es ums Geld. Und auch hier finden Sie wieder einiges zu dieser zweitschönsten Nebensache der Welt: Nachdem wir uns im vergangenen Monat den Kanzleiumsätzen gewidmet haben, wenden wir uns nun der Frage zu, wie diese Umsätze eigentlich zustande kommen und wie sie optimiert werden können.

Unser Titelthema setzt sich damit auseinander, welche Rechenspiele (ab Seite 24) Kanzleien treiben, um das passende Preisschild an ihre Arbeit zu hängen und was sie tun, um profitabel zu werden. Essenzielle Fragen, denn zum einen kalkulieren die Mandanten spitzer. Zum anderen werben hochprofitable US-Kanzleien auch hierzulande die Rainmaker weniger erfolgreicher Wettbewerber ab.

Aus Sicht der Mandanten ist nahezu jedes Kanzleihonorar tendenziell zu hoch. Das ist ein Grund, warum kleinere, nationale Kanzleien immer beliebter werden – jedenfalls in bestimmten Marksegmenten. Doch im Kampf David gegen Goliath (ab Seite 44, Kommentar Seite 7) entscheidet keineswegs nur der geschicktere Einsatz des Rotstifts. Die Bereitschaft dieser Kanzleien, sich auf die Wünsche ihrer Mandanten einzustellen, ist ein mindestens ebenso wichtiger Faktor.

Eine internationale Studie (Kampf der Geschlechter, Seite 41) hat zudem jüngst gezeigt, dass sich Kanzleien vor allem bei weiblichen Chefjuristinnen auf harte Verhandlungen einstellen müssen: Sie sind weit weniger willens, Ausgabensteigerungen hinzunehmen als ihre männlichen Kollegen.

Natürlich ist Geld nicht alles. Und bei allen Geschichten geht es letztlich auch um etwas anderes: die Kultur des Miteinanders, sei es innerhalb einer Kanzlei, sei es unter Geschäftspartnern.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Astrid Jatzkowski
(astrid.jatzkowski@juve.de)

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