CLOSING 02/17

Kostenkiller für den Syndikus

von Marc Chmielewski

 

Hoher Kostendruck, mehr Risiken, weniger Personal: Zahlreich sind Ihre Nöte als Leiter einer Rechtsabteilung. Wo aber Gefahr ist – Sie kennen das. Also bitteschön: Dieser Test wird Ihnen helfen all das zu erreichen, wovon die in diesen Workshops immer sprechen. Schlummernde Potenziale wachkitzeln, Synergieeffekte generieren, neue Performance-Benchmarks launchen – you name it. Ankreuzen, abschicken, optimieren. Viel Spaß.

 

Ihre M&A-Kanzlei in den USA hat letztens zum ersten Mal 2000 Dollar Stundensatz abgerufen. Was tun Sie?

  1. Ich zahle denen 3000, um sie zu beschämen.
  2. Ich zahle ihnen die 2000 und finde es okay. Wenn man deutschen Anwälten Geld gibt, gründen die ja doch bloß einen eigenen Laden und bezahlen Marketing-Leute dafür, dass die sich Kanzleinamen wie Hyazinth, Avantcore oder Bluedex ausdenken. Da ist es schon sinnvoller, wenn ein Anwalt in L.A. von unserem Geld neue Krokodillederbezüge für seine Yacht kauft.
  3. Da raste ich aus und ziehe die Reißleine. Dann machen wir die Monsanto-Übernahme eben komplett inhouse.
  4. Ich lasse unsere Einkaufsabteilung auf die los. Am Ende werden sie froh sein, wenn sie nicht uns etwas zahlen müssen, weil sie für uns arbeiten dürfen.

 

Neulich hat so ein Start-up-Gründer bei Ihnen vorgesprochen und erzählt, dass seine Software Ihre Prozesse optimieren kann. Was haben Sie ihm gesagt?

  1. Wir arbeiten an sich nicht viel mit Computern. Wir sind ein Familienunternehmen von 1879, und wer was will, soll bitte einen Termin beim Chef machen. Schuhe putzen vorher nicht vergessen.
  2. Der Rotzlöffel wusste nicht mal, wie man einen Vertrag gestaltet. Der hat jetzt drei von unseren Waschmaschinen gekauft und es wahrscheinlich bis heute nicht bemerkt.
  3. Bei uns ist alles in Ordnung. Er soll aber mal mit unseren Kanzleien sprechen.
  4. Wir bräuchten da etwas, das unseren Inhouse-Juristen und auch den externen Anwälten klarmacht, dass sie überbezahlt sind – und außerdem unseren sogenannten Geschäftspartnern, dass sie sich verdammt noch mal nicht so anstellen sollen, wenn da mal eine Pumpe für die Bohrinsel zu spät geliefert wird. Quasi eine Kostendruck- Reduktions-App. Er will sich noch mal melden.

 

Neulich hat der Vorstand schon wieder rumgedrängelt. Er will ein Kostenoptimierungskonzept von Ihnen. Wie sieht es aus?

  1. Der Vorstand sollte künftig dafür sorgen, dass wir nicht Abermillionen von Autos mit Betrugssoftware verkaufen. Dann sinken automatisch auch die Kosten für Rechtsdienstleistungen.
  2. Der Vorstand sollte künftig dafür sorgen, dass weder Handelsembargos unterlaufen noch amerikanische Hauskäufer über den Tisch gezogen werden. Dann sinken automatisch auch die Kosten für Rechtsdienstleistungen.
  3. Wenn wir jetzt einmal 80 Millionen in die Hand nehmen und eine anständige Künstliche Intelligenz entwickeln lassen, können wir uns vielleicht schon in zehn Jahren zig Associate-Stunden sparen.
  4. Der Vorstand sollte künftig dafür sorgen, dass unsere Ingenieure nicht mehr so viele Patente anmelden, die man dann hinterher teuer verteidigen muss. Die meisten von deren „Erfindungen“ braucht doch eh kein Mensch.

 

Ihre Antworten schicken Sie bitte zur Analyse an den Juve-Verlag. Sie können dann ein ausführliches Dossier mit individuell zugeschnittenen Management-Tipps erwerben. Die Stundensätze unserer Analytiker sind okay. Versprochen.

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