CLOSING 04/17

Rechts-Markt in leichter Sprache

von Marc Chmielewski

 

Rechts-Markt in leichter SpracheDeutsche Sprache, schwere Sprache, sagt man. Aber es gibt Hilfe. Das Netzwerk ,Leichte Sprache‘ erklärt alles in leichter Sprache. Die geht so: Es darf nur bekannte Worte geben. Sätze sind kurz und einfach. Haupt-Wörter werden getrennt. Der Gebrauch von dem Genitiv wird begrenzt.

Immer mehr Behörden sagen Dinge in leichter Sprache. Wir lesen im Internet: „Die Bundes-Kanzlerin ist die Chefin der Bundes-Regierung. Die Bundes-Kanzlerin bestimmt die Richt-Linien der Politik. Sie gibt die Richtung vor. Das steht im Artikel 65 vom Grund-Gesetz.“ Und: „Kartelle sind verboten. Das Bundes-Kartell-Amt schaut danach, ob jemand ein Kartell macht. Es gibt ein Gesetz, das den Wettbewerb regelt. Wettbewerb in der Wirtschaft heißt, dass es noch andere Unternehmen gibt, die das gleiche machen.“

Sie lesen viel. Das ist schwer. Wir wollen es Ihnen leicht machen. Also schreiben wir dieses Klo-Sing in leichter Sprache. So können endlich alle den Rechts-Markt verstehen.

Der Rechts-Markt ist auch ein Wettbewerb. Viele Unternehmen machen das gleiche. Die meisten Unternehmen im Rechts-Markt heißen Kanzleien. In Kanzleien arbeiten Anwälte. Die Anwälte sagen anderen, was sie tun sollen. Dafür bekommen sie Geld. Anwälte mögen Geld.

Aber es gibt ein Problem. Die Kunden von den Anwälten heißen Mandanten. Und die Mandanten mögen auch Geld. Sie wollen nicht so viel davon abgeben. Anwälte müssen also erklären: Deshalb solltet ihr uns viel Geld geben.

Der Anwalt sagt: Das Problem ist schwierig. Da muss ich lange nachdenken. Lange bedeutet viel Zeit. Und Zeit ist Geld.

Der Mandant sagt: Andere denken schneller als du. Zum Beispiel mein Rechner. Ich gebe dir die Hälfte.

Der Anwalt sagt: Dein Rechner kann das nicht so gut. Vielleicht kann es diese eine andere Kanzlei. Vielleicht auch hundert andere Kanzleien. Aber wir kennen uns schon so lange. Also gut: 10 Prozent geh ich runter.

Der Mandant sagt: Wenn ich dir das Geld gebe, weiß ich: Du gibst einen Teil davon weiter. An andere Anwälte. Die gestern noch in der Schule waren und nichts können. Das will ich nicht.

Der Anwalt sagt: Die können schon ganz viel. Sie lernen ja von mir. Also gut: 20 Prozent.

Der Kunde sagt: In Ordnung.

Dann denkt der Anwalt sich neue Probleme aus. Am Ende bekommt er doch mehr Geld. Der Mandant schimpft. Aber davon gehen die Probleme nicht weg. Das ist der Rechts-Markt. Klingt komisch, ist aber so.

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