EDITORIAL 05/17

Vor Gericht und auf hoher See…

Jatzkowski_Astrid

Astrid Jatzkowski

…ist man in Gottes Hand. Selbst wenn Religiosität heutzutage keine große Rolle mehr spielt, können derzeit einige Kanzleien und Unternehmen ein Lied davon singen. Denn wie schnell aus ruhigem Fahrwasser eine Beinahe-Havarie werden kann, erlebte beispielsweise gerade Jones Day. 

Die US-Kanzlei wurde von der Durchsuchung der Münchner Staatsanwaltschaft im Rahmen der VW-Abgasaffäre kalt erwischt. Während VW an ihrer Compliance-Organisation feilt (Aufräumen? Umräumen, Seite 42), kämpft ihre Investigation-Kanzlei mit den Tücken des deutschen Strafprozessrechts. Bei Redaktionsschluss sah es so aus, als würde sie den Kampf verlieren, die Kanzlei hat den Durchsuchungsbeschluss des LG München allerdings angefochten (dazu das Interview auf Seite 36).

CBH und Luther wiederum gerieten im Fall der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV Zwischen die Stühle (Seite 30). CBH verlor ein langjähriges Mandat und Luther fing sich ein berufsrechtliches Verfahren ein. Beide dürften das Risikopotenzial des Mandats zunächst unterschätzt haben. 

Der Fall zeigt, dass auch anwaltliche Mittelstandsberater manchmal hart am Wind segeln. Bislang nicht unerfolgreich, wie die erstmals recherchierte Rangliste der 50 größten mittelstandsberatenden Kanzleien Deutschlands zeigt. In unserer Titelgeschichte beleuchten wir Geschäftsmodelle von Aderhold bis Zirngibl Langwieser (Rückgrat des Rechtsmarkts, Seite 20, Kommentar, Seite 6). 

Auch Cyberattacken sind ein kaum kalkulierbares Risiko. Jetzt werfen Versicherungen den Rettungsring in Gestalt neuartiger Produkte – und stoßen auf potenzielle Kunden, die das Problem eigentlich lieber totschweigen würden (Ausweg im Cyberdschungel, Seite 48, Kommentar, Seite 7). 

Eine sichere Passage durch diese Ausgabe wünscht Ihnen

Astrid Jatzkowski
(astrid.jatzkowski@juve.de)

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