EDITORIAL 10/17

Der Mann mit der Zigarre …

Barth_Ulrike

Ulrike Barth

… erinnert Sie vielleicht an Ludwig Erhard? Soll er auch. Denn vom Geist der Wirtschaftswunderzeit haben wir uns inspirieren lassen, als wir uns an die Analyse der Umsatzzahlen 2016/17 gemacht haben. Der allgemeine Trend des Marktes ist kurz und knapp zusammengefasst: Es geht aufwärts! Von hundert Kanzleien gibt es nur zwölf, die im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz nicht steigern konnten.

Was aber nicht heißt, dass man sich im Wettbewerb etwas schenken würde. Im Gegenteil: Gerade unter den Top-Kanzleien ist das Rennen eng und wer unter den Top 10 mitspielen will, muss sich ganz schön recken und strecken (Durch dick und dünn). Und auch die Langzeitbetrachtung zeigt: Mehr ausgefeilter Wettbewerb war eigentlich nie, denn heute gehen die Kanzleien deutlich strategischer an ihr Geschäft heran als noch vor der globalen Wirtschaftskrise (Der Bang nach dem Boom).

Dreh- und Angelpunkt bleibt bei den Beratern die ‚Ressource‘ Personal – entsprechend heftig wird um die besten Köpfe im Lande gerungen, was sich aktuell in den Strategien von US- und UK-Kanzleien besonders niederschlägt – Brexit lässt grüßen. Die einen locken mit hohen Gehältern, die anderen mit mehr Einfluss (Teurer Abschied).

Das Paffen war Erhards Markenzeichen. Fünfzehn bis zwanzig Zigarren soll er am Tag verdampft haben. Beim Blick auf solche Fragen hätte er vermutlich erst mal einen tiefen Zug genommen. Und dann so etwas gesagt wie: „Ein Kompromiss, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder meint, er habe das größte Stück bekommen.“

Ulrike Barth
(ulrike.barth@juve.de)

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