EDITORIAL 12/17

Wünsch dir was!

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Mathieu Klos

Alle 20.000 Sekunden verliebt sich ein Doppelprädikatsjurist in eine Kanzlei – rein statistisch natürlich und vorausgesetzt, die in etwa 1.600 Top-Nachwuchsjuristen, die jährlich den juristischen Arbeitsmarkt stürmen, begeistern sich auch alle für Wirtschaftskanzleien.

Nun steht in wenigen Tagen die Adventszeit vor der Tür. Zeit, Wünsche aufzuschreiben. In Anlehnung an den Werbeslogan einer bekannten Dating-Plattform dürfte das Kanzleien zur Nachwuchsgewinnung leicht von der Hand gehen: „Bitte, liebes Christkind, lass es deutlich schneller zwischen uns und einem Prädikatsjuristen funken.“

Als Morgengabe locken die Kanzleien mit immer höheren Gehältern. „Das Gehalt ist nicht der Schlüssel zum Erfolg“, meint aber Kristina Klaaßen-Kaiser von Linklaters im Streitgespräch mit Dr. Stefan Mager von der Essener Kanzlei Aulinger (Seite 28). Sie diskutieren, was den Nachwuchs lockt. Dabei kommen vor allem altbekannte Argumente auf den Tisch. Liebes Christkind, gib den Kanzleien eine zündende Idee!

Mehr Sicherheit wünscht sich hingegen der deutsche Mittelstand beim Handel mit dem Iran. Denn trotz aller politischen Querschüsse investieren die Unternehmen gerne im Golfstaat. Doch vorerst geht das nur mit wasserdichten Verträgen (Heirat nur mit Ehevertrag, Seite 76).

Christoph Ernst, der neue Verwaltungsratschef beim Europäischen Patentamt, wünscht sich zweifellos etwas ganz anderes: Ein schnelles Urteil aus Karlsruhe, damit der Unified Patent Court bald starten kann. Seine Erwartungen an den neuen EPA-Chef António Campinos formuliert er im Interview mit JUVE deutlich: „Der Neue muss den Frieden wiederherstellen“ (Seite 84).

Und falls Sie dann noch wissen wollen, wie die Partnersuche per Internet auch den Rechtsmarkt beeinflusst, empfehle ich unser Closing Der Rechtsmarkt in 11 Minuten.

Mathieu Klos
(mathieu.klos@juve.de)

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