EDITORIAL 01/18

Fossile Feiertage

Lienemann_Eva

Eva Lienemann

Hell erleuchtete Fußgängerzonen, der Backofen läuft im Dauerbetrieb, die Holzscheite rauchen im Kamin – was CO2-Emissionen angeht, ist Weihnachten eine Katastrophe. Umweltschutzmäßig das Fossil unter den Feiertagen. Aber mal abgesehen davon, dass Feiern glücklich macht, ist diese Zeit auch für Energiekonzerne ein Fest.

Den Rest des Jahres haben gerade die Produzenten konventioneller Energie nicht mehr viel zu lachen, seit die Politik sie unter Dauerbeschuss nimmt. Am untersten Ende der Beliebtheitsskala rangieren die Braun­kohleunternehmen. Sie müssen ihre Emissionen regelmäßig den EU-Grenzwerten anpassen, so will es die Kommission. Neu ist, dass sich daraus ein Machtkampf entwickelt, weil die EU womöglich einen technischen Prozess Durch die Hintertür für ihre Ziele gekapert hat.

Wenig friedvolle Tage erlebt derzeit auch Uniper. Die einst als „Resterampe“ verschriene E.on-Abspaltung hat sich wider Willen zu einem Objekt der Begierde gemausert: Eine mögliche Übernahme durch die finnische Fortum stößt auf wenig Gegenliebe. Uniper, deren Rechtsabteilung und etliche externe Berater sind deshalb Zum Widerstand entschlossen.

Gegenwind bekommen Energieunternehmen sogar aus Peru – doch welche Aussicht auf Erfolg hat die Klage eines Bergbauern gegen den RWE-­Konzern? Linklaters-Partner Alexandros Chatzinerantzis hielte ein Urteil gegen RWE für einen Dammbruch.

Positive Energie macht sich offenbar bei DLA Piper breit: Die Managing-Partner berichten, wie sie eine neue Kanzleikultur des Miteinanders gefunden und warum sie beschlossen haben: „Wir kaufen keinen Umsatz mehr“.

Frohe Festtage und einen guten Start ins Jahr 2018 voller Energie – am besten erneuerbare – wünscht Ihnen

Eva Lienemann
(eva.lienemann@juve.de)

  • Teilen