EDITORIAL 07/19

Gewinnt am Ende die Bank?

JUVE Verlag

Christine Albert und Marc Chmielewski

An kaum einer Branche zerren Digitalisierung und andere Marktkräfte so sehr wie an den Banken. Als hätte es dafür noch einen Beleg gebraucht, begleitete uns bei der Arbeit an diesem Schwerpunktheft ein mächtiges Hintergrundrauschen: die Verhandlungen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. Dass dieses gigantische Projekt letztlich doch abgeblasen wurde, hat viel mit den strukturellen Problemen der Branche zu tun. Dennoch: Der Konsolidierungsdruck bleibt hoch. Gab es 2007 noch knapp 2.700 Banken in Deutschland, waren es zehn Jahre später noch 1.800. Schätzungen zufolge könnten es in 15 Jahren weniger als 300 sein.

Wir werfen in unserem Schwerpunkt einen Blick auf die Branchentrends, die Inhouse- und Kanzleianwälte gleichermaßen beschäftigen. So stellt sich der globale General Counsel der Deutschen Bank, Florian Drinhausen, unter anderem die Frage: Sind wir effizient genug?. Im großen Interview wollten wir außerdem wissen, wie sein Haus mit Kanzleien künftig zusammen­arbeitet. Eine seiner Antworten: Die Berater müssen mit der Bank durch dick und dünn gehen.

Viele Umbrüche in der Branche wirken sich auf Kanzleien aus. Während Regulierungsexperten wie Bankaufsichtsrechtler derzeit nicht über mangelnde Arbeit klagen können, sieht das in den Equity-Kapitalmarkt-Praxen ganz anders aus: Wie eingefroren wirkt etwa der Markt für Börsengänge – mit nur wenigen Ausnahmen. Dazu kommt, dass die Banken das Geschäft zunehmend automatisieren und so manchen Berater entbehrlich machen.

Wie es immer ist bei Umbrüchen, stecken all diese Entwicklungen voller Chancen. Auch darauf richten wir unseren Blick – in der Hoffnung, Ihnen damit die Chance auf eine anregende Lektüre zu bieten.

Christine Albert
(christine.albert@juve.de)

Marc Chmielewski
(marc.chmielewski@juve.de)

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