EDITORIAL 11/19

Nach der Schönwetterphase

JUVE Verlag

Christine Albert und Marc Chmielewski

Viele Jahre kannte das Geschäft der Transaktionsberater in Kanzleien nur ­eine Richtung – aufwärts. Immer mehr Deals, immer größer, immer inter­nationaler. Für Partner, die ihre Laufbahn als Associate nach der Finanz­krise begonnen haben, ist das die Normalität. Aber auch der schönste Sommer kann nicht ewig dauern. Irgendwann kommt wieder Schmuddelwetter..

Klimawandel in Klein und andersherum: Der Markt kühlt ab, darauf deutet vieles hin. Kanzleimanager muss das alarmieren, denn noch immer sind Gesellschaftsrecht und M&A die Disziplinen, von denen Wohl und Wehe der Wirtschaftskanz­leien am stärksten abhängen. Wer hat sein Haus in den guten Jahren wetterfest gemacht? Ein Streifzug durch wichtige M&A-Praxen und ihre Strategien beginnt auf Seite 24.

Klar ist: Wer sich in einem schrumpfenden Markt behaupten will, muss mehr ­bieten als Deal-Beratung von der Stange. Eine Möglichkeit aus der Masse hervorzustechen, ist Kompetenz im Außenwirtschaftsrecht: Vor allem die Zunahme von Investitionskontrollen macht dieses Beratungsfeld auch für Großkanzleien wieder interessant.

Eine andere Nische ist das High-End-Geschäft mit komplexen Carve-outs, die erst am Ende in Transaktionen münden und Gesellschaftsrechtler oft über Jahre hinweg beschäftigen. Gefragt sind hier aber erst einmal die Rechtsabteilungen, weil sie die DNA ihres Unternehmens am besten kennen.

Dass es auch jenseits des Transaktionsmarkts Chancen und Risiken zuhauf gibt und beide oft nahe beieinander liegen, zeigt unser Blick in den quirligen Markt für Prozessfinanzierer. Die laufen vor allem im Dieselkomplex derzeit zur Hochform auf.

Hochform wünschen wir auch Ihnen bei allem, was Sie tun – und natürlich eine angenehme Lektüre!

Christine Albert
(christine.albert@juve.de)

Marc Chmielewski
(marc.chmielewski@juve.de)

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