EDITORIAL 03/21

Im Nachhinein schlauer

JUVE Verlag

Christine Albert und Marc Chmielewski

Dieser Tage trudeln sie wieder ein, die Vorhersagen für das Jahr. Laut einer Umfrage von Mazars etwa erwarten 60 Prozent der deutschen Führungskräfte ein Umsatzwachstum für 2021, weltweit sind es sogar 71 Prozent. Das mag einen positiv stimmen, macht aber gleichzeitig skeptisch. Wie seriös lässt sich die Zukunft inmitten einer Pandemie vorhersagen?

Einige der marktführenden Arbeitsrechts-praxen planten zumindest vor einem Jahr ganz anders: CMS Hasche Sigle etwa wollte personell eigentlich gar nicht wachsen. Doch dann bescherte die Corona-Krise genau diesem Fachbereich ein regelrechtes Boomjahr. Die Folge: CMS stellte nicht nur neue Leute ein, sondern beförderte jüngst gleich vier Arbeitsrechtler zu Equity-Partnern. Anlass für uns, auch die übrigen Top-Arbeitsrechtspraxen zu fragen, wie sie das Jahr erlebt haben und womit sie für die Zukunft rechnen.

Keinen Mangel an Prophezeiungen gibt es beim Brexit. Doch auch wenn sich Großbritannien und die EU in letzter Minute einigten, ist die weitere Entwicklung trotzdem schwer vorherzusehen. Das betrifft einige Sozietäten besonders: Die deutschen LLP-Kanzleien hatten bis zuletzt auf Bestandsschutz für ihre Rechtsform gehofft – und wurden enttäuscht. Wie sie nun der Zukunft entgegensehen, lesen Sie ab Seite 22.

„Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“ Auch wir hätten uns vor einem Jahr besser mal diese Sätze von Joachim Ringelnatz zu Herzen genommen! Dann hätten wir vielleicht nicht den Deal des Monats betitelt mit: „Der Sommerurlaub ist gesichert.“ Die Fluglinie Condor, um die es damals ging, hat zwar die Insolvenz abgewendet. Aber was wohl aus dem nächsten Sommerurlaub wird?

Wir wünschen eine erhellende Lektüre.

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