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26.05.2017

Großstadt contra Provinz: Associates sind abseits der Metropolen glücklicher

Außerhalb der größten deutschen Anwaltsmetropolen ist das Leben der Associates angenehmer – so weit ein zentrales Ergebnis der azur-Associate-Umfrage. Besonders deutlich sind die Unterschiede bei den Themen Work-Life-Balance und Aufstiegschancen. Lediglich mit der Internationalität sind junge Juristen in der Großstadt zufriedener.

Vergleicht man die Angaben der Umfrageteilnehmer aus Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München mit denen ihrer Kollegen aus den übrigen deutschen Städten, ergibt sich ein deutliches Bild. Insgesamt sind die Associates außerhalb dieser sechs Großstädte etwas zufriedener mit ihren Arbeitgebern: Durchschnittlich bewerteten sie ihre Kanzleien mit der Note 3,5 auf der Skala von 1 (ganz und gar nicht zufrieden) bis 4 (sehr zufrieden). In den Metropolen liegt die Durchschnittnote bei 3,4.

Aufstiegschancen in Großstädten schlechter bewertet

Größere Unterschiede gibt es insbesondere bei zwei Themen: Aufstiegschancen und Arbeitszeiten. Mit ihren Chancen auf den Vollpartnerstatus sind die Associates außerhalb der Metropolen zwar nicht besonders zufrieden (2,8). Im Vergleich mit den Großstadtkanzleien (2,4) schneiden ihre Sozietäten damit aber recht gut ab.

Weniger Freizeit in den Metropolen

Beim Thema Work-Life-Balance schlägt endgültig die Stunde der Regionalkanzleien. Zwar arbeiten die Anwälte mit durchschnittlich 51 Wochenstunden auch hier nicht wenig. Mit ihrer Arbeitsbelastung sind sie aber deutlich glücklicher (3,1) als die Großstadt-Associates (2,9). Ähnlich weit liegen die Noten für die Förderung der Work-Life-Balance auseinander: Anwälte abseits der Großstädte sind damit immerhin „eher zufrieden“ (2,9), die Associates in den Metropolen nicht ganz so (2,7). Auch bei der Vereinbarkeit von Karriere und Familie schneiden die Regionalkanzleien mit einer Bewertung von 2,9 ein klein wenig besser ab als die in Großstädten (2,8).

Gehaltsunterschiede beeinflussen Stimmung kaum

Sehr ähnlich bewerten die Associates inner- und außerhalb der Metropolen ihr Gehalt (3,0 und 2,9). Dabei klaffen die absoluten Gehälter weit auseinander: Im Mittel liegt das Jahresgehalt der Associates abseits der Großstädte beim Berufseinstieg laut der azur-Associate-Umfrage aus dem vergangenen Jahr bei gerade einmal 70.000 Euro (Medianwert) – in den Metropolen sind es 100.000 Euro. Die Differenz steigt in den höheren Berufsjahren sogar noch. Dieser Unterschied schlägt sich sehr deutlich im durchschnittlichen Stundenlohn nieder, der in den Großstädten fast zehn Euro höher liegt als außerhalb.

Mit Abstand vorn liegen die Kanzleien in den Metropolen nur in puncto Internationalität (3,3). Die Regionalkanzleien liegt der Wert bei 2,9.

An der azur-Associate-Umfrage nahmen im Sommer 2016 insgesamt 3.138 berufstätige Juristen aus Kanzleien, Unternehmen, Beratungsgesellschaften und Behörden teil. (Norbert Parzinger)

Die aktuelle azur-Associate-Umfrage ist online. Unter allen Teilnehmern verlosen wir 5 Eintrittskarten für die JUVE Awards 2017 (am 26. Oktober in der Alten Oper in Frankfurt) und 100 Exemplare des JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2017/18. Jetzt an der Associate-Umfrage teilnehmen

Mehr zum Thema Kanzleien in der Provinz lesen Sie ab dem 26. Mai 2017 in der neuen Ausgabe des azur Karrieremagazins (Hier gibt es azur).