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21.11.2016

Müllverbrennung: Steag kauft mit CMS bei White & Case-Mandantin Vattenfall ein

Der Essener Energiekonzern Steag übernimmt zwei Müllverbrennungsanlagen von Wettbewerber Vattenfall. Von der deutschen Tochter des schwedischen Konzerns erwarb Steag deren Anteile an der Thermischen Abfallbehandlung Lauta und das Industriekraftwerk Rüdersdorf. Das Bundeskartellamt hat die Transaktion bereits freigegeben. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des Vattenfall-Aufsichtsrates.

Thomas Brunn

Thomas Brunn

An der Anlage Rüdersdorf im sächsischen Lauta hält Steag bereits 25 Prozent und erwirbt nun die restlichen Anteile von Vattenfall. Zusammen können die Abfallbehandlungswerke, die von rund 100 Mitarbeitern betrieben werden, etwa 475.000 Tonnen Siedlungsabfall im Jahr verbrennen.

Der Kraftwerksbetreiber Steag möchte künftig sein Müllverbrennungs-Geschäft in der neuen Tochterfirma ‚Steag Waste to Energy GmbH‘ bündeln. Das kommunale Unternehmen erzielte zuletzt mit knapp 6.000 Mitarbeitern rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz. Der Großkonzern Vattenfall, der mehr als 28.000 Mitarbeiter zählt, kündigte an, sich in Deutschland stärker zu fokussieren – unter anderem auf Windkraft, Verteilnetze und Energiedienstleistungen. Im Frühjahr verkauften die Schweden bereits ihr Braunkohlegeschäft in der Lausitz, im Sommer investierten sie in den Nordsee-Windpark Global Tech II nördlich von Borkum.

Berater Steag
CMS Hasche Sigle (Düsseldorf): Dr. Thomas Brunn (Federführung; M&A), Dr. Friedrich von Burchard (Energierecht), Dr. Christian Scherer-Leydecker (Öffentliches Recht; Köln), Dr. Barbara Bittmann (Arbeitsrecht), Dr. Dietmar Rahlmeyer (Fusionskontrolle), Philipp Schönnenbeck (Real Estate; Hamburg);  Associates: Reimund von der Höh (M&A), Dr. Anne Rausch, Jan Laboranowitsch (beide Öffentliches Recht; beide Köln), Florian Seelheim (Real Estate; Hamburg)
Inhouse Recht (Essen): Manfred Ziwey (Abteilungsleiter Bereich Recht)

Carsten Rodemann

Carsten Rodemann

Berater Vattenfall
White & Case (Berlin): Dr. Carsten Rodemann (Federführung), Dr. Jörg Kraffel, Dr. Sebastian Prügel (alle M&A), Thomas Burmeister, Dr. Guido Hermeier (beide M&A/Energierecht; beide Düsseldorf), Dr. Bodo Bender (Steuern), Frank-Karl Heuchemer (Arbeitsrecht; beide Frankfurt), (M&A), Dr. Andreas van den Eikel (Real Estate, Christoph Arhold (Öffentliches Recht); Associates: Yasmin Weber (M&A), Alexander Dartsch (M&A/Energierecht; Düsseldorf), Andreas Kössel (Frankfurt), Sonja Sehr (London; beide Arbeitsrecht)

Hintergrund: White & Case war sowohl für Steag als auch für Vattenfall bereits früher tätig. So unterstützte die Kanzlei Steag im Bieterwettbewerb um das Braunkohlegeschäft von Vattenfall. Und für die Schweden waren Rodemann und Kraffel bereits tätig, als diese 2009 ihre Mehrheitsbeteiligung an dem Schweriner Regionalversorger Wemag und im Jahr darauf für 800 Millionen Euro ihr deutsches Höchstspannungsstromnetz verkauften.

Auch CMS war für ihre Mandantin bereits im Einsatz. Die Kanzlei hatte voriges Jahr die Beteiligung von Steag an dem geplanten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk im Leverkusener Chemiepark begleitet. Auch da lag die Federführung bei dem Düsseldorfer Partner Brunn, der Mitte 2013 von Clifford Chance gekommen war.

Intern wirkte bei Steag neben der Rechtsabteilung auch der Bereich Unternehmensentwicklung mit. Dr. Christian Hower-Knobloch als Leiter und Jan Fischer als Senior Manager waren mit dem Kauf der Müllverbrennungsanlagen befasst. Beurkundet wurde die jüngste Transaktion nach JUVE-Information von Dr. Arndt Begemann, Partner bei Luther in Essen.

Wie die meisten Energieversorger arbeitet Steag mit wechselnden Sozietäten zusammen. Als sie im Frühjahr eine Minderheitsbeteiligung an die Hawar Group aus Katar veräußerte, wurde sie von einem Düsseldorfer Orrick-Team beraten. 

Für eine Klage gegen Spanien beim Internationalen Gerichtshof der Weltbank (ICSID) hatte der Energieversorger 2015 Clifford Chance in Madrid mandatiert. In dem Verfahren verlangt Steag Schadensersatz, weil das Land die Einspeisevergütungen für Solarstrom gekürzt hat. Inzwischen sind knapp 30 Verfahren dieser Art gegen Spanien anhängig. (Sonja Behrens)