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12.07.2017

Transfer-Trubel: Seitz-Mandantin FC Köln angeblich doch mit Modeste einig

Anthony Modeste, Kölner Stürmerstar, steht nun doch vor einer finalen Einigung mit dem 1. FC Köln. Nach Medienberichten sind sich Modeste, der FC und der chinesische Fußballclub Tianjin Quanjian handelseinig. Der Stürmer steht damit kurz vor seinem Abflug nach China. Das Hickhack um den Transfer hatte gestern noch einmal Fahrt aufgenommen, weil Modeste seine Teilnahme am FC-Training einklagen wollte.

Stefan Seitz

Stefan Seitz

Was genau die Hintergründe des Transfertheaters sind, ist unklar. Angeblich soll Tianjin bereits 35 Millionen Euro Ablöse für Modeste überwiesen haben. Auch Modeste war sich Berichten zufolge mit China bereits handelseinig. Letztlich platzte der Wechsel zunächst, weil Modeste beim FC keinen Auflösungsvertrag unterzeichnete. Der Kölner Stadtanzeiger spekulierte, dass der Transfer nach China ins Stocken kam, weil Modestes Ehefrau lieber in Köln, Marseille oder London bleiben wollte.

Nun wurde noch einmal hinter den Kulissen verhandelt, vermutlich hat Modestes Klage am Kölner Arbeitsgericht die Angelegenheit befeuert. Dort war für Donnerstag ein Termin angesetzt, mit dem er seine Teilnahme am österreichischen Trainingslager der Kölner durchsetzen wollte. Die Vertragsverhandlungen wurden fortgesetzt, der Gerichtstermin danach abgesagt. Wie die neuen Modalitäten aussehen, ist nicht bekannt.

Berater 1. FC Köln
Seitz (Köln): Dr. Stefan Seitz (Arbeitsrecht)
Martens (München): Christian Keidel (Sport- und Verbandsrecht)

Berater Modeste
Normand Advocat: Thomas Normand
LLR Legerlotz Laschet und Partner (Köln): Christoph Legerlotz, Dr. Markus Goetzmann (beide Arbeitsrecht), Jörg Neuß (Sport- und Verbandsrecht)

Berater Tianjin Quanjian
IPS Law (Hale): Chris Farnell – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Seitz ist bekanntermaßen der Anwalt, auf den der 1. FC Köln schon seit Längerem vertraut. Die Kanzlei berät häufig bei Fußballtransfers auch Spieler, zum Beispiel Toni Kroos und Marco Reus. Mit den Vertragsverhandlungen mit Tianjin war seit längerem die Münchener Sportrechtsboutique Martens befasst. Sie hatte den FC bereits im Streit mit der FIFA über die Spielberechtigung für seinen Nachwuchsspieler Nikolas Nartey erfolgreich vertreten.

Die Verhandlungen um den Vertrag von Modeste führte neben dem französischen Anwalt Normand vor allem Modestes Spielerberater Pierre Frelot. Für die Klage am Kölner Arbeitsgericht, die sicherlich einen großen Teil dazu beitrug, dass man sich noch einmal zusammen setzte, wurde LLR gerufen. Deren Arbeitsrechtler Legerlotz und Goetzmann kamen über die Empfehlung eines Geschäftspartners ins Mandat. Neu im Team bei Legerlotz ist seit Anfang Juli der Sportrechtler Neuß. Er ist bestens in die Sportszene vernetzt, da er bislang für die international tätige Managementfirma IMG in mehreren verantwortlichen Positionen tätig war, zuletzt als Vizepräsident und Rechtsleiter Deutschland, Österreich, Schweiz. (Christiane Schiffer)

Aktualisierung und Ergänzung vom 13. und 14.07.2017: Inzwischen hat der 1. FC Köln offiziell mitgeteilt, dass sich alle relevanten Parteien einig seien und Modeste seine Karriere in der chinesischen Super League bei Tianjin Quanjian fortsetzen werde.