Salzburg

(Stand: 11. Januar 2021)

Glossar

  • Unverminderter Ansturm von Anlegern auf dem Immobilienmarkt sorgt für hohen Beratungsbedarf bei Transaktionen
  • Kompromisse lösen Streitfragen zum Umgang mit gewerblichen Mieten in Coronazeiten
  • Berater mit ausgewiesenen Spezialgebieten gefragt

 

Das heiße Eisen am Salzburger Markt sind derzeit Liegenschaften. Das Interesse von Käufern ist groß, die Preise steigen und neue Projekte gehen an den Start. Das sorgt bei den etablierten Immobilienberatern für Mandate, bringt aber auch spezialisierte Kanzleien ins Spiel, etwa im Umwelt- und Planungsrecht.

Bretterverschlag auf Stelzen

Der Ansturm von Kapitalanlegern auf Immobilien lässt sich kaum besser illustrieren als mit dieser Geschichte: Für 755.000 Euro erhielt eine Rumänin am Bezirksgericht Thalgau den Zuschlag für eine zwölf Quadratmeter kleine, baufällige Badehütte am Wolfgangsee – eigentlich kaum mehr als ein Bretterverschlag auf Stelzen. Zu den 20 Bietern gehörte auch ein Salzburger Rechtsanwalt. Dem Boom bei Häusern und Wohnungen tat die Corona-Pandemie in der Region also keinen Abbruch – eher im Gegenteil. Zudem sorgten die eindämmenden Maßnahmen im Frühjahr bei den Kanzleien für rege Nachfrage zum Umgang mit gewerblichen Mieten. „Das war seit dem Zweiten Weltkrieg totes Recht“, sagt ein Berater. In der aktuellen Situation hätten sich beide Seiten auf Kompromisse verständigt. Auch die Arbeitsrechtler sahen sich im Zuge der Pandemie einer Vielzahl von Anfragen gegenüber, wie Betriebe auf die Einschränkungen und Einbrüche im Geschäft reagieren könnten.

Die größeren, stark auf Beratung ausgerichteten Kanzleien kamen bislang recht ordentlich durch die Krise. Anders als viele stark auf Prozesse angewiesene Einzelanwälte, die im Frühjahr mit rückläufigem Geschäft kämpften. Denn die Justiz verhandelte gerade im Frühjahr nur sehr eingeschränkt. Das sorgte dann wiederum für Hochbetrieb in den Sommermonaten, als die Gerichte Verhandlungen nachholten.

Derweil zeichnet sich die Energiewende als großes Thema für spezialisierte Berater ab. Die türkis-grüne Bundesregierung in Wien peilt einen Ausbau der erneuerbaren Energien an. Bei der Wasserkraft bedeutet das vor allem, bestehende Anlagen effizienter zu gestalten. In der Wind- und Sonnenenergie geht es um den Bau neuer Anlagen. Darin liegt enormes Potential für Berater im Umwelt-, Planungs- und Energierecht sowie im Liegenschaftsrecht, wenn es die zugehörigen Standorte betrifft.

Kräfte für die Zukunft

Gut aufgestellt dafür ist die auf das Umwelt- und Planungsrecht ausgerichtete Kanzlei Niederhuber & Partner. Wettbewerber in Salzburg erkennen an, dass die Einheit hervorragende Arbeit leistet. Dies spornt auch andere Kanzleien an, auf diesem Feld stärker zu beraten. Pressl Endl Heinrich Bamberger zum Beispiel setzt dabei auf jüngere Anwälte, die sich hier ein Profil erarbeiten können. Denn dass sie sich eine stärkere Präsenz erarbeitet, ist für die mit Abstand personalstärkste Kanzlei der Region ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Auch Ebner Aichinger Guggenberger, Zumtobel Kronberger und Dr. Philipp Götzl gelingt es, als spezialisierte Berater ihre Marktposition auszubauen, etwa im Vergaberecht sowie im Geistigen Eigentum. Zudem hat mit WKK Law Anfang 2020 eine Kanzlei in Salzburg neu eröffnet, die an ihrem Hauptstandort in Wien im Strafrecht hoch angesehen ist. Allerdings gilt der Markt auf dem Gebiet Strafrecht in Salzburg als gefestigt und überwiegend in der Hand weniger, etablierter Anwälte.

Eine Chance für junge Juristen liegt im Generationswechsel, der für die kommenden Jahre auf der Hand liegt. Die frühere Steinacher-Kanzlei ging bereits in Benn-Iblers Salzburger Standort auf. Bei Kanzleien wie Raits Bleiziffer, Ebner Aichinger Guggenberger, Kopp Wittek sowie Vavrovsky Heine Marth gehen renommierte Partner mit jahrzehntelanger Erfahrung mittelfristig ebenfalls auf den Ruhestand zu.

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