Hintergrund Analyse

Neue Rankings: Strategischer Umbau prägt den deutschen Fondsmarkt

Der Fondsmarkt steht vor einem Jahr der Transformation. Das zeigen die neuen JUVE-Rankings für Investmentfonds. Während die Immobilienkrise andauert, eröffnen Infrastrukturinvestitionen, innovative Fondsprodukte wie ELTIFs und tokenisierte Strukturen sowie die wachsende regulatorische Komplexität neue Beratungsfelder. Die Kanzleien, die rechtliche, steuerliche und regulatorische Expertise am besten integrieren, dürften am stärksten profitieren.

von Milena Sontheim, Norbert Parzinger

Während das klassische Immobilienfondsgeschäft konjunkturbedingt weitgehend stillsteht, drängen neue Asset-Klassen in den Vordergrund. Die führenden Kanzleien reagieren mit gezieltem Teamaufbau, internationalen Fusionen und der Erschließung neuer Mandantensegmente.

Neue Asset-Klassen auf dem Vormarsch

Statt Neuauflagen dominieren Krisenmandate: interne Ermittlungen bei Compliance-Verstößen, die Sanierung notleidender Spezial-AIF und Einbringungsfonds für Banken in Schieflage. Als Ersatz schwenken die Praxen auf Infrastruktur-, Debt- und Private-Credit-Fonds um. Besonders Continuation Funds entwickeln sich zu einem strategischen Schwerpunkt mehrerer führender Kanzleien.

Die Ankündigung des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für Infrastruktur und Verteidigung elektrisiert die Branche. Mehrere Teams positionieren sich bereits für entsprechende Fondsstrukturen, während Defence-Investments als neues Beratungsfeld entstehen.

Integration als Wettbewerbsvorteil

Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Die Verbindung von Strukturierung, Regulierung und Besteuerung aus einer Hand wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Kanzleien, die rechtliche und steuerliche Beratung nahtlos verzahnen, gewinnen gegenüber fragmentierten Angeboten. Parallel dazu wächst die Bedeutung internationaler Vernetzung – sei es durch transatlantische Fusionen, den Ausbau von Luxemburg-Hubs oder die engere Kooperation mit US-Praxen.

Die LP-Beratung zieht weiter an, nicht nur wegen des anhaltend hohen Bedarfs an Umstrukturierungen, sondern auch wegen erster Auseinandersetzungen. Gleichzeitig verbreitern sich ehemals investorenfokussierte Praxen in Richtung GP-Beratung und Fondsstrukturierung.

Regulatorik und ESG als Dauerbrenner

Die regulatorische Beratung gewinnt an Bedeutung. AIFMD 2, SFDR, CSRD und EU-Taxonomie beschäftigen die Teams ebenso wie die aufkommende KI-Integration im Asset-Management. ESG-Expertise entwickelt sich vom Nischenthema zum echten Differenzierungsmerkmal – besonders bei der Beratung internationaler PE-Häuser.

Verstärkte Aufmerksamkeit der Steuerbehörden für bestimmte Fondsstrukturen der Vergangenheit schafft zusätzlichen Beratungsbedarf, teilweise mit forensischen Akzenten. Die Überprüfung und Anpassung bestehender Investmentstrukturen wird zum zusätzlichen Geschäftstreiber.

Hier geht es zum neuen Ranking Investmentfonds und hier zum neuen Ranking Investmentsteuern.

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