Die Insolvenzwelle und die weiterhin durch multiple Krisen erhöhte Streitbereitschaft beschert den Konfliktlösungspraxen mehr als ausreichend Arbeit. Hinzu kommt die längst überfällige Umsetzung einer EU-Richtlinie, die Massenverfahren befeuern könnte.
„Die Anwaltei sollte sich bei Herrn Benko mit einem großen Blumenstrauß bedanken“, hieß es zuletzt von einem Marktteilnehmer, natürlich nicht ohne leicht ironischen Unterton. Von der Hand zu weisen ist diese Anmerkung allerdings nicht, denn die Streitigkeiten rund um den Kollaps des Signa-Imperiums von René Benko dürften sich noch über Jahre hinziehen und sich als ein neuer stetiger Quell an Arbeit für die Konfliktlösungspraxen herausstellen.
Es hat sich bereits herauskristallisiert, dass so gut wie jede Wiener Großkanzlei in einer der zahllosen Signa-Causen mandatiert ist. Dabei sind die Seiten, auf denen sie stehen, ebenso mannigfaltig wie die Verfahrensstränge.
An der Seite des Insolvenzverwalters der Signa Prime Selection etwa agiert
Neben Signa bleiben Massenverfahrenweiterhin ein prägendes Thema für den Markt. Ob Glücksspiel- oder Wettanbieter, Bank, Autohersteller oder Fitnessstudio, schon länger sehen sich Unternehmen mit Massenklagen von Verbrauchern oder den von Verbraucherschutzorganisationen konfrontiert.
Mit mehreren Jahren Verspätung ist dagegen im Sommer 2024 die neue Verbandsklagenrichtlinie der EU umgesetzt und in Kraft getreten. Verbandsklagen sind hierzulande kein Novum, die neue Richtlinie eröffnet nun allerdings neue Möglichkeiten und ist beispielweise nicht allein auf die Durchsetzung von Unterlassungsansprüchen beschränkt. Auch eine Finanzierung durch Dritte ist möglich, ein großer Boom bei Prozessfinanzierern ebenso wie bei Klagen nach der neuen Richtlinie sind bisher noch ausgeblieben.
Auch die Schiedsrechtler profitierten zuletzt davon, dass ihre Mandanten in Krisenzeiten nichts zu verschenken haben. Gestritten wird sich über Mehrkosten bei Bauprojekten, ebenso wie zu Lieferverträgen, bei denen die Kosten aufgrund der US-Zollpolitik massiv gestiegen sind und beide Seiten jetzt vor Herausforderungen stellen. Hinzu kommen diverse Post-M&A-Streitigkeiten oder gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten, die gern vor Schiedsgerichten ausgetragen werden. Hier sind Kanzleien mit starker eigener Corporate/M&A-Praxis gut positioniert, wie
Ungebrochen aktiv in Auseinandersetzungen vor Schiedsgerichten mit unterschiedlichen Schwerpunktausprägungen, zeigen sich Einheiten wie
Bewegung gab es in diversen Einheiten auch auf Partnerebene. So holte sich
Durch den Zugang einer ehemaligen Freshfields-Counsel baute