Rauwald ist in Hamburg kein Unbekannter. Seit rund zwölf Jahren war er in der Kanzlei des angesehenen Verteidigers Dr. Gerhard Strate tätig. Er bringt entsprechend umfangreiche Erfahrung in der Verteidigung mit, seien es Medizinstrafsachen, Auslieferungsangelegenheiten oder auch Vorlageverfahren.
Seine neue Partnerin Schrader kommt aus Dresden. Mehrere Jahre war sie Associate bei der etablierten sächsischen Kanzlei Kiermeier Haselier Grosse, deren Gründungspartner sich 2024 trennten. Kurz zuvor, im Herbst 2023, wechselte sie zu Stefan Heinemann, einem der wenigen anerkannten sächsischen Strafverteidiger. Dieser hatte sich 2019 der Berliner Boutique Danckert Bärlein & Partner angeschlossen. Seit Mai 2025 war Schrader selbstständig.
Für Strates Kanzlei, die nach dem altersbedingten Ausscheiden des langjährigen Co-Namenspartners Klaus-Ulrich Ventzke unter Strate & Kollegen firmiert, dürfte der Weggang von Rauwald keine gravierenden Folgen haben, auch wenn beide lange zusammengearbeitet haben. Schon seit Jahrzehnten prägt der Namenspartner selbst die Präsenz der Kanzlei, nicht zuletzt dank der Verteidigung von Dr. Kai-Uwe Steck im Cum-ex-Prozess. In seinem Team verbleiben eine erfahrene Anwältin und ein Berufsanfänger. Strate und Rauwald betonten, auch künftig zusammenarbeiten zu wollen.
Lange galt der Hamburger Verteidigermarkt als ausgesprochen stabil und leicht unterbesetzt. Das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert. Nicht nur gab es Bewegung bei den etablierten hanseatischen Strafrechtsboutiquen, mit Park und Feigen Graf zogen auch zwei Schwergewichte an die Alster. Dennoch dürfte für eine weitere Spezialkanzlei durchaus noch Raum sein.