Dewey & LeBoeuf geht offenbar einem schnellen Ende entgegen. Nach US-Medienberichten wurden nun sogar alle Partner in einem internen Memo dazu aufgerufen, nach neuen Jobs zu suchen. Das Londoner Büro soll demnach schon kurz vor der Liquidierung stehen. Auch im einzigen Büro in Deutschland konkretisieren sich die schon länger kursierenden Gerüchte um Auflösungserscheinungen.
Seit Jahresbeginn haben insgesamt mehr als 80 der 300 Partner die Kanzlei verlassen. Zudem drücken hohe Schulden die Kanzlei, die sich bereits seit Wochen intensiv mit einer Pleite auseinandersetzt (mehr…) und deren bisheriges Management zuletzt ins Visier der Staatsanwaltschaft rückte (mehr…).
Das Frankfurter Dewey-Büro ist von den Partnerverlusten bislang zwar verschont geblieben. Nun aber berichtete das englische Branchenmagazin ‚The Lawyer‘, dass sich ein Team um die Kapitalmarktpartner Philipp von Ilberg und Joseph Marx in fortgeschrittenen Gesprächen mit der US-Kanzlei McDermott Will & Emery befindet. McDermott ist bislang in Deutschland nur in Düsseldorf und München vertreten. Quellen aus der Kanzlei äußerten sich JUVE gegenüber zuversichtlich, dass sich beide Seiten in den kommenden Tagen einigen werden. Offiziell wollten weder McDermott noch Dewey dies kommentieren. Es ist allerdings bekannt, das McDermott schon vor Jahren Pläne für einen Start in Frankfurt hatte, die aber zwischenzeitlich nicht mehr verfolgt wurden.
Wohin es die weiteren neun Partner aus dem Frankfurter Büro zieht, darunter der Steuerpartner Dr. Bernulph von Crailsheim, der Corporate-Experte Dr. Benedikt von Schorlemer sowie die insbesondere auf derivative Investments spezialisierte Dr. Walburga Kullmann, ist bislang nicht bekannt. (René Bender, Tanja Podolski)