Die acht-Partner-Kanzlei Hügel & Partner hat Büros in Wien und Mödling und gilt als eine der zwei österreichischen Top-Steuerrechtspraxen. Einen guten Ruf hat Hügel ferner im Gesellschaftsrecht, Europa- und Kartellrecht. Prof. Dr. Hans Hügel ist eine der führenden Anwaltspersönlichkeiten des österreichischen Marktes. Sein Namenspartner Dr. Armin Dallmann, hat entschieden, sich nicht an der Fusion zu beteiligen und stattdessen eine eigene Kanzlei in der Hauptstadt zu gründen. Hügel selbst plant, den Großteil der Kanzleiaktivitäten von Mödling nach Wien zu verlagern.
„Die Fusion von Hügel & Partner mit Haarmann Hemmelrath ist nicht nur für unsere Kanzlei ein Meilenstein, sondern bringt auch international tätigen, österreichischen Unternehmen enorme Fortschritte“, kommentiert ein Partner „Die Fusion bietet auch die Chance, Steuerberatung und sonstige umfassende Beratung von Unternehmen massiv auszubauen. Insbesondere im Bereich grenzüberschreitender Transaktionen ist dies von besonderer Bedeutung.“
Die österreichische Kanzlei war zwar an Transaktionen wie der Mobil/BP-Fusion des Tankstellen- und Schmiermittelgeschäfts beteiligt und hatte auf der österreichischen Seite der Sandoz-Ciba Geigy-Fusion zu Novartis die Beratung im Gesellschaftsrecht und Steuerrecht übernommen. Die Partner machen aber deutlich, dass sie die Zeit für eine internationale Fusion für gekommen hielten. „Direkt nach der Abstimmung bei Bruckhaus und Heller Löber vor zwei Jahren hat die Kanzlei angefangen, an einer internationalen Lösung zu arbeiten”, erinnert sich Kartellrechtspartner Dr. Rainer Roninger. Ein zweiter Partner fügte hinzu, „Entweder man ist Teil der internationalen Entwicklungen, oder man wird lediglich Spieler in der Regionalliga. Nur wer sich frühzeitig um einen Fusionspartner bemüht, kriegt den richtigen.”
Die Bildung der ersten MDP in Österreich verläuft nicht ohne Kontroversen. Die österreichische Anwaltskammer hat sich entschieden dagegen ausgesprochen, österreichischen Kanzleien zu erlauben, sich unter den direkten Einfluß anderer Institutionen zu begeben, in denen Anwälte nicht in der Mehrzahl sind. Ausländischen MDPs ist weiterhin verboten, Abschluß- und Sonderprüfungen durchzuführen, es darf ihnen aber nicht verboten werden, in Österreich Büros zu eröffnen. „Wir sind froh, dass der Gesetzgeber diese Tür nicht geschlossen hat”, kommentiert ein Partner.
Prof. Dr. Wilhelm Haarmann betont, dass der Zusammenschluss mit Hügel für die Kanzlei neues Terrain bedeutet. „Es ist die erste Fusion, die Haarmann Hemmelrath eingegangen ist. Aber wie Brandt sagte, ‚es wächst jetzt zusammen, was zusammengehört‘.“ Beide Kanzleien verweisen auf ihre gleichartige Kanzleikultur durch ein Vergütungssystem, das stark leistungsbezogen und akquisitionsorientiert ist.
Sein Partner Hemmelrath unterstreicht, dass sowohl die persönliche Chemie zwischen den Anwälten als auch das gute Zusammenspiel der Praxen die Fusion zu einer offensichtlichen Option machten. „Wir verstehen uns als zentral-europäisiche Kanzlei; Österreich ist deutschsprachig mit einer ähnlichen Beratungs- und Rechtskultur. Jetzt gibt es auch eine Abrundung der europäischen Palette von Büros.“
Durch die Fusion hat Haarmann Hemmelrath auch ein Büro in Brüssel hinzugewonnen. Hügel hatte seit den späten 80iger Jahren ein repräsentatives Büro in Brüssel unterhalten, das dann im letzten Jahr stark besetzt arbeitete. Nun gibt es Pläne, das Büro in naher Zukunft zu erweitern.