Merzrath war 2019 im Zuge der Fusion mit Trinavis zu Grant Thornton gewechselt. Bei der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verantwortete Merzrath die operative Geschäftsführung. Bei Grant Thornton übernahm er gleich die Leitung des Berliner Standorts mit gut 300 Mitarbeitenden. Als Vorstandsmitglied für Integration untersteht ihm auch schon die interne Rechtsabteilung. Diese wird von Torsten Reschke geleitet und umfasst insgesamt fünf Berufsträger.
Zum neuen Geschäftsjahr im Oktober wird Merzrath als Vorstand für ‚Legal, Finance und Technology‘ neue Aufgaben übernehmen. Das ist nicht die einzige Änderung auf Vorstandsebene: Gleichzeitig wird Dr. Heike Wieland-Blöse (53) den Vorsitz im Vorstandsgremium einnehmen. Bislang war sie für den Bereich ‚People & Culture‘ zuständig. Mit Marc Sahner (48) zieht zudem eine weitere Person in das Gremium ein. Sahner steht dann unter anderem für die Bereiche ‚Clients & Markets‘ sowie ‚Sustainability‘.
Generationswechsel und Fokussierung
Grant Thornton verkleinert insgesamt den Vorstand von fünf auf drei Mitglieder. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Michael Häger sowie Gremiumsmitglied Prof. Dr. Gernot Hebestreit werden sich in den Ruhestand verabschieden. Zudem zieht sich Dr. Frank Hülsberg (56) aus dem Vorstand zurück. Er verantwortet aktuell das Ressort ‚Technology & Innovation‘.
Hülsberg leitet seit 2013 auch die Service Line ‚Governance, Risk, Compliance & Technology‘. Diesem Team gehören über 50 Berufsträger an, wovon sechs auf Partnerebene tätig sind. Das Team ist unter anderem mit Sonderuntersuchungen, Cyber-/IT-Security sowie der Digitalisierung von Prozessen befasst. Damit bleibe Hülsberg für einen wichtigen Wachstumstreiber des Beratungshauses zuständig, heißt es aus dem Unternehmen.
Umsatzrückgang in der Rechtsberatung
Klassische Rechtsberatung für Mandanten liefert hingegen der Geschäftsbereich Legal unter der Leitung von Josef Nachmann und Lilian Milkovic: Die rund 30 Berufsträger dort beraten unter anderem bei Umstrukturierungen, im M&A und Real Estate sowie im Erbrecht und bei Fragen zum gewerblichen Rechtsschutz. Zudem vertreten sie die Mandanten in Litigation-Verfahren. Während Grant Thornton insgesamt das Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Plus von 10 Prozent abschloss, verzeichnete sie im Rechtsbereich einen Umsatzrückgang um 9 Prozent und kam dort nur auf 6 Millionen Euro. Im Vorjahr stand unter dem Strich noch ein Plus von 7,7 Prozent. Den größten Anteil am Gesamtumsatz von 187 Millionen Euro generierte der Bereich Audit & Assurance, zu dem auch die ESG-Berichterstattung zählt.
Im Februar kündigte die Beratungsgesellschaft an, enger mit Grant Thornton Österreich zusammenarbeiten zu wollen. Dafür werde sich die in Düsseldorf ansässige Grant Thornton AG mit 50 Prozent an der österreichischen Grant Thornton Austria GmbH beteiligen. Die grenzüberschreitende Kooperation umfasst nach JUVE-Informationen jedoch nicht die Rechtsberatungsleistungen. Denn aufgrund berufsrechtlicher Restriktionen beschäftigt die österreichische Gesellschaft derzeit keine eigenen Anwälte.