Interview mit Ashurst

„Ausschüttungen würden wir nie fremdfinanzieren“

Autor/en
  • Raphael Arnold

Der Münchner Ashurst-Partner Bernd Egbers (42) gehört seit Kurzem zum Managing Board der Kanzlei. Mit JUVE sprach er über die Änderungen im Vergütungssystem von Ashurst und seine neue Funktion.

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Egbers_Bernd
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JUVE: Seit November sind Sie für drei Jahre Mitglied im weltweiten Management Board von Ashurst. Gleichzeitig steckt die Kanzlei weiter im Umbau des Vergütungssystems. Was sind die entscheidenden Neuerungen?
Bernd Egbers: Wir wollen unser Vergütungssystem an die Marktstandards anpassen und damit modernisieren. Das war fällig und bedeutet konkret, dass der Kapitaleinschuss sofort und in voller Höhe mit Erlangung der Equity-Punkte zu erfolgen hat. Zudem ist vorgesehen, die Kapitaldecke der Kanzlei weiter zu stärken, indem wir die Beträge etwas anheben, die Partner pro Lockstep-Punkt als Einschuss zu leisten haben. Um das Cashflow Management zu vereinfachen, werden wir von vierteljährlichen auf jährliche Ausschüttungen umstellen. Die monatlichen Vorabausschüttungen bleiben bestehen. Zuvor hatten wir bereits die maximale Punktzahl im Lockstep auf 75 erhöht und einen Bonuspool eingeführt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was sind die Gründe für diese Veränderungen?
Unser Vergütungssystem zeichnet sich im Vergleich mit unseren Mitbewerbern dadurch aus, dass wir Ausschüttungen nicht fremdfinanzieren. Und das ist uns wichtig. Allerdings müssen wir auch sicherstellen, dass wir wettbewerbsfähig und für Spitzenleute attraktiv bleiben. Dieses stellen wir durch die erweiterte Leiter sowie den Bonuspool sicher.

Gibt es auch praktische Erwägungen, die für diese neue Struktur sprechen?
Sicher. Dass Ausschüttungen nicht mit Fremdkapital finanziert sind, ist einerseits deutlich einfacher zu erreichen, wenn die Abrechnungszeiträume länger sind. Andererseits entlastet es die Buchhaltung, die nicht mehr im Quartalsturnus die Beträge festsetzen muss.

Welche Aufgaben sind für Sie mit der neuen Rolle im Board verbunden?
Das Board ist das strategische Führungsgremium der Kanzlei. Es entscheidet über die strategische Ausrichtung und unterstützt das Management um Paul Jenkins bei deren Umsetzung. Inhaltlich geht es dabei etwa um das Vergütungssystem und das Finanzmanagement.

Im Management Board sind Sie der einzige Kontinentaleuropäer. Wie werden die Positionen in dem Ausschuss vergeben?
Die Mitglieder des Board werden von der Partnerschaft gewählt in einem sehr effizienten und professionellen Wahlverfahren. Ich bin sehr froh, mich nun auch in diesem Gremium für die Kanzlei engagieren zu können. Da ich aus einem kleineren Büro komme, habe ich den Vorteil, im Board auch die Perspektiven und Erfahrungen einzubringen, die man als Partner in solchen Arbeitsumgebungen und Märkten sammelt. Ich denke, dass dieses einen erheblichen Mehrwert für die Kanzlei erzeugen kann.

Welche Veränderungen bringt Ihre neue Position in der Kanzlei hier in Deutschland?
Zunächst einmal konnte ich mich nur zur Wahl stellen, weil mir unser hervorragendes Bankingteam in Deutschland den erforderlichen Freiraum verschafft. Zudem hat sich Anne Grewlich bereit erklärt, die Praxisgruppe Banking & Finance alleine zu führen. Dies haben wir im Vorfeld abgesprochen, und ich bin sehr dankbar dafür. In der Mandatsarbeit setzen wir unverändert auf die Kernbereiche LBO und Private Equity und werden Themen wie Regulierung und Infrastruktur vorantreiben. Denn dort sehen wir erhebliches Entwicklungspotenzial.

Das Gespräch führte Raphael Arnold.

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