Soziale Medien

Kanzleiwelt diskutiert über Burn-out und Überbelastung

Der Tod einer Londoner Pinsent Masons-Partnerin hat branchenweit die Aufmerksamkeit auf das Thema mentale Gesundheit im Rechtsmarkt gelenkt. 

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Die 47-Jährige starb im September 2023. Laut einer Meldung auf law.com ergab der kürzlich veröffentlichte Bericht des Gerichtsmediziners, dass sie zuvor an einer „akuten Mental-Health-Krise“ gelitten hatte.

Weiteren Medienberichten zufolge war die Juristin an dem Verkauf des Fußballclubs FC Everton an den US-Private-Equity-Investor 777 Partners beteiligt gewesen. Während dieser Zeit habe sie bis zu 18 Stunden am Tag gearbeitet und sei wegen der fehlenden Zeit für ihr Familienleben von Schuldgefühlen geplagt gewesen.

Anteilnahme in sozialen Medien

Die Erkenntnisse lösten auch in den sozialen Medien eine große Anteilnahme aus. Zahlreiche Posts wiesen auf den hohen Druck in der Kanzleiwelt hin. „Lange Arbeitszeiten, hoher Stress und fehlende Zeit für die Familie sind in unserer Branche üblich, aber das sollte nicht so sein“, schrieb Alistair Maiden, Global Advisory Lead bei den Beratungsfirmen Consilio und Syke. „Wieso lassen Kanzleien das zu? Wieso lässt die Aufsichtsbehörde das zu?“

Auch Anahita Thoms, Compliance-Partnerin und Leiterin der Praxen Außenwirtschaftsrecht und ESG bei Baker McKenzie, widmete dem Fall einen langen Beitrag: „Meiner Meinung nach ist eins der wichtigsten Instrumente, einen sicheren Raum zu schaffen, um über Herausforderungen zu sprechen“, schrieb sie. „Ich habe Anwälte kämpfen sehen. Ich habe gesehen, wie viele von ihnen den Weg zurück zu einem gesunden Leben gefunden haben.“ Die Kommentatoren unter ihrem Beitrag fordern unter anderem, dass Kanzleien ein besseres Arbeitsumfeld schaffen und die Arbeitsbelastung besser steuern sollten.

Pinsent-Führung in der Kritik

In diese Richtung geht auch der Beitrag einer Inhouse-Anwältin, die ihren Post mittlerweile wieder gelöscht hat: „Als Mandantin würde ich lieber zwei Anwälte für zweimal neun Stunden pro Tag bezahlen als einen für 18 Stunden“, schrieb sie. „Nur die Kanzleien profitieren von der Überarbeitung ihrer Anwälte.“ Äußerungen der Pinsent-Führungsebene in dem Bericht des Gerichtsmediziners kritisierte sie als „vorhersehbar, unbedacht und die Schuld des Unternehmens minimierend“.

Weitere Informationen zum Umgang mit mentaler Gesundheit in Wirtschaftskanzleien finden Sie in der aktuellen Ausgabe 03/2024 des JUVE Rechtsmarkt. Lesen Sie den Beitrag kostenlos hier.

Wenn Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit Freunden und Familie darüber. Hilfe bietet auch die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar – unter 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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