Thiäner gehört gehört nun zum dreiköpfigen Managementgremium von Pöllath und führt das Amt künftig zusammen mit dessen bisherigen Mitgliedern Dr. Andreas Richter und Dr. Stefan Lebek. Das 2010 eingeführte Management-Board hat vor allem planende Funktionen und koordiniert unter anderem die strategische Ausrichtung der Kanzlei. Die Mitglieder werden auf jeweils drei Jahre von der Partnerversammlung gewählt.
Mit Thiäner wechselt ein erfahrener und umtriebiger M&A- und Private-Equity-Partner ins Management. Der Münchner Partner ist seit 2003 bei Pöllath und berät schwerpunktmäßig Private-Equity-Fonds und Investoren bei Transaktionen. Zuletzt führte er die M&A-Praxis von Pöllath vermehrt auch an internationale M&A-Transaktionen heran.
Der dritte Weg
Daneben hat Pöllath zum Jahreswechsel ihre Partnerriege erweitert: Unter den drei neu ernannten Partnern erhielt auch einer den Status eines Associated Partners. Diese Karrierestufe, die ein alternatives Karrieremodell neben der Partnerschaft darstellt, hatte die Kanzlei erst im vergangenen Jahr neu eingeführt.
Damit arbeiten nun drei Anwälte in dieser Position: Neu kam im Januar der Finanzierungsexperte und bisherige Counsel Dr. Jens Linde hinzu. Associated Partner können ausgewählte Counsel werden, die mindestens zehn Jahre Berufserfahrung haben.
Der Associated Partner stellt eine Alternative zur Partnerschaft, eine Art „dritten Weg“ im Pöllath-Karrieresystem, dar. Jedoch besteht die Möglichkeit auf eine Equity-Partnerschaft auch weiterhin. Bisher gab es auf dem Weg vom Associate zum Partner die Zwischenstation Counsel. Diesen Status haben Pöllath-Anwälte entweder mindestens zwei Jahre lang, bis die Partnerernennung ansteht. Oder aber als Dauerstatus für angestellte Anwälte, die nicht die Partnerschaft anstreben oder für diese nicht geeignet sind.
Mit dem Associated Partner führte Pöllath nun eine Position ein, die von außen gesehen mehr der des Equity-Partners ähnelt. Im Innenverhältnis stellt sie eher eine Aufwertung des auf Dauer angestellten Counsel dar. Die neue Karrierestufe bietet damit eine neue Perspektive für all jene, die nicht auf dem Partnertrack sind: Der Associated Partner erhält im Vergleich zum Counsel eine deutlich höhere, individuelle Gewinnbeteiligung sowie mehr Verantwortung und Akquisemöglichkeiten.
Grund für das neue Karrieresystem waren JUVE-Informationen zufolge unter anderem Anregungen aus dem Associate- und Counsel-Kreis: Viele Counsel arbeiten in Bereichen, in denen das Honorarniveau nicht ausreicht, um in die Vollpartnerschaft aufgenommen zu werden. Ohne Partnertitel ist es aber oft schwierig, eigenes Geschäft zu entwickeln, weil viele Mandanten auf die Beratung durch Partner setzen.
Anm. der Redaktion: Der Artikel wurde am 18.01.2018 geändert.