Kommentar

500 Milliarden Sondervermögen: Warum der Bund neue Berater braucht

Satte 500 Milliarden Euro will die Bundesregierung in die Infrastruktur investieren. Doch nur mit neuen Beratern wird der Bund das Beste aus dem Sondervermögen machen, meint Martin Ströder.

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Zur großen Freude vieler Beihilfe-,Zuwendungs- und Vergaberechtler und anderer Spezialisten in Kanzleien investiert der Bund 500 Milliarden Euro in Infrastruktur. Sie warten schon seit Jahren auf die Wiedergeburt der Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP).

Der kommende Boom scheint garantiert. Wer nun mit anpacken kann, dem sei ein saftiges Umsatzplus gegönnt. Allerdings bleibt zu hoffen, dass der Bund das Sondervermögen nicht im Stil der früheren Autobahn-ÖPP-Projekte an Investoren verteilen wird. Wenn die Regierung die öffentlichen Mittel effektiv hebelt, könnten statt 500 Milliarden auch 2.000 Milliarden Euro oder mehr ins Land fließen. Mit komplizierten Strukturen à la ÖPP wird das aber kaum funktionieren.

Darum sollte der Bund mit neuen Anwälten neue Wege gehen. Jetzt sind Praxen gefragt, die die komplette Klaviatur der Finanzierungstechniken beherrschen, die private Geldgeber aus London, New York und anderen Weltfinanzzentren kennen. Viele internationale Kanzleien haben diese Kompetenz seit Langem im Haus, die meisten deutschen Kanzleien müssten sich erst hochqualifizieren. Für Nibelungentreue zu alten Stammberatern oder falsche Sparsamkeit ist die Lage aber zu ernst.

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