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03.05.2007

Versatel-IPO: Latham und Skadden auf Emittentenseite, Allen & Overy betreut die Banken

Der Telekommunikationsanbieter Versatel ist am vergangenen Freitag ans Parkett der Frankfurter Börse gegangen. Mit einem Emissionsvolumen von 830 Millionen Euro war es in Deutschland der bislang größte Börsenstart des Jahres. 406 Millionen Euro des Erlöses fließen dem Düsseldorfer Unternehmen zu, der Rest geht an die Altgesellschafter um den britischen Investor Apax Partners, der mit knapp 35 Prozent beteiligt bleibt.

Versatel hatte ursprünglich ein Volumen von über einer Milliarde Euro angestrebt sowie einen Erlös von rund 450 Millionen Euro. Allerdings hatte der Tec-Dax-Kandidat im Rahmen der Preisfindung Zugeständnisse machen müssen. Für den IPO hatte Versatel das so genannte Decoupled-Verfahren gewählt. Dabei wird die Emissions-Preisspanne erst im Laufe der Gespräche mit Investoren festgelegt und berücksichtigt deren Vorstellungen. JP Morgan, Credit Suisse sowie die Deutsche Bank platzierten schließlich rund 28,6 Millionen Aktien zu je 29 Euro.

Der Breitbanddienstleister Versatel versorgt rund 463.000 Kunden mit seinem DSL- und Telefonangebot und zählt mit einem Umsatz von 666 Millionen Euro zu den größten Wettbewerbern der Deutschen Telekom. Mehrheitseigner Apax hatte in den vergangenen Monaten auch Verkaufsgespräche mit mindestens drei Interessenten geführt. (René Bender)

Berater Versatel
LATHAM & WATKINS (Frankfurt): Dr. Roland Maaß (Federführung Deutschland), Olof Clausen (Federführung International; London), Dr. Ulrich Würmeling; Associates: David Bowles (London), Mirjam Goß-Kudo, Annekatrin Pelster, Markus Funke, Katharina Riel (alle Corporate) – Kapitalmarktrecht und Prospekterstellung
HOLME ROBERTS & OWEN (München): Dr. Stefan Heyder; Associates: Dr. Michael Rimbeck, Christian Sirch – Gesellschaftsrecht und Mitarbeiterbeteiligung

Berater Apax
SKADDEN ARPS SLATE MEAGHER & FLOM (Frankfurt): Dr. Peter Veranneman, Dr. Matthias Jaletzke, Dr. Hans Peter Leube, Dr. Mathias Gärtner, Dr. Christina Erfurth (alle M&A/Corporate); Associates: Dr. Julia Backmann (IPO/Corporate), Dr. Veit Denzer, Dr. Hanns Jörg Herwig, Katja Findeisen (alle M&A/Corporate)

Berater Banken
@ALLEN & OVERY (Frankfurt): Dr. Michael Schlitt (Federführung), Dr. Mark Hoenike (Telekommunikationsrecht), Daniel Epstein (US-Recht), Dr. Susanne Schäfer, Gernot Wagner; Associates: Dr. Ann-Katrin Ponick, Dr. Christian Ries, Michael Gottmann, Dr. Nicola La Corte, Daniel Bono (US-Recht), Dr. Thorsten Becker, Joachim Lehnhardt (TK-Recht; Hamburg), Christian Steinbach, Anna Römhild
INHOUSE (Deutsche Bank; Frankfurt): Michael Schroeder – aus dem Markt bekannt
INHOUSE (Credit Suisse; Frankfurt): Monika Uhrig – aus dem Markt bekannt
INHOUSE (JP Morgan; London): Joel Cullin – aus dem Markt bekannt

Der Kontakt zwischen Versatel und Holme Roberts kam über den Versatel-Finanzvorstand Brian Cook zustande. Schon beim Einstieg von Apax bei Versatel hatte die Kanzlei im Hintergrund mit beraten. Holme Roberts und Latham arbeiteten erstmals zusammen, einige der beteiligten Anwälte kannten sich aus früheren – zum Teil konfliktreichen Transaktionen – von der Gegenseite.

Die Mandatsbeziehung zwischen Apax und Skadden besteht schon länger und geht zurück auf Corporate-Partner Jaletzke. Dieser hatte 1996 den US-Lebensmittelkonzern Borden beraten, den damaligen Eigentümer der Bäckerei-Kette Kamps, als Heiner Kamps den Betrieb im Rahmen eines Management Buy-outs übernahm. Dieser MBO war von Apax finanziert worden.

Im Anschluss an diese Transaktion wurde Jaletzke, damals noch Partner bei Baker & McKenzie, regelmäßig von Apax mandatiert. Er beriet etwa beim Kauf der Nordsee von Unilever im Jahre 1997 und – schon unter Skadden-Flagge – auch den Weiterverkauf 2005. Im gleichen Jahr hatte die Kanzlei auch den Erwerb der deutschen Versatel-Gruppe und deren anschließende Zusammenführung mit Tropolys begleitet. Zuletzt wurde ein Team um Jaletzke für den Investor tätig, als dieser sich mit 150 Millionen Euro an dem TV-Sender CME beteiligte.

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