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30.08.2007

Notverkauf der SachsenLB: LBBW vertraut CMS, Redeker auf Seiten der Landes-Finanzgruppe

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernimmt die SachsenLB. Die in Schieflage geratene ostdeutsche Landesbank erhält von der LBBW zunächst 250 Millionen Euro aus Eigenkapital als Soforthilfe.Der endgültige Kaufpreis soll dann zum Stichtag 31. Dezember festgelegt werden, wobei laut Presseberichten ein Mindestkaufpreis von 300 Millionen Euro vereinbart worden sein soll. Die sächsischen Kommunen und das Land Sachsen tauschen über die Sachsen-Finanzgruppe ihre Beteiligungen an der SachsenLB in Anteile an der LBBW.

Das sächsische Kabinett hat dem sofortigen Verkauf in einer Sondersitzung bereits zugestimmt. Allerdings müssen die Kartellbehörden und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) den Verkauf noch genehmigen. Bis zur vollständigen Übernahme der Anteile hält die LBBW die SachsenLB treuhänderisch. Innerhalb der LBBW soll die Landesbank künftig in Form eines Mutter-Tochter-Modells geführt werden, wie es bereits seit einigen Jahren zwischen der LBBW und der Landesbank Rheinland-Pfalz besteht.

Der Verkauf der SachsenLB wurde notwendig, weil die Landesbank über ihre irische Tochter in riskante Geschäfte mit Hypothekenanleihen auf dem US-Immobilienmarkt investiert hatte und so in den Sog der US-Kreditkrise geraten war.
Schon eine Woche zuvor hatten die Sparkassenorganisationen der Landesbank deshalb mit einer Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. (Ulrike Barth)

Berater LBBW
CMS HASCHE SIGLE (Stuttgart): Dr. Thomas Meyding (Federführung), Dr. Karsten Heider, Stefan Sieling (alle drei M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Harald Kahlenberg (Kartellrecht)
INHOUSE (Stuttgart): Dr. Stefan Hofmann, Dr. Armin Brendle

Berater Sachsen-Finanzgruppe
REDEKER SELLNER DAHS & WIDMAIER (Bonn): Dr. Jürgen Lüders (Federführung; M&A), Dr. Thomas Mayen (Öffentliches Recht), Dr. Andreas Rosenfeld (Kartellrecht; Brüssel); Associate: Dr. Jakob Wulff (M&A)
INHOUSE (Dresden): Petra-Susanne von Crailsheim

Die Rettung der in Schieflage geratenen Landesbank wurde mit heißer Nadel gestrickt: Am Freitag vergangener Woche reisten die LBBW-Berater in Dresden an, am Sonntag waren die Verträge unterschriftsreif. Bei solch engem zeitlichen Spielraum überrascht es nicht, dass sowohl die LBBW als auch die Anteilseigner der SachsenLB sich auf bewährte Berater verlassen haben.

Dr. Thomas Meyding betreut die LBBW bereits seit der Übernahme der Baden-Württembergischen Bank AG vor fünf Jahren regelmäßig bei Transaktionen, zuletzt etwa im Bieterverfahren um die Berliner Landesbank. Redeker begeitet die Sachsen-Finanzgruppe schon seit deren Gründung, insbesondere durch Partner Lüders.

Die Poolvereinbarung der Sparkassenorganisationen zu der 17,3-Milliarden-Euro-schweren Kreditlinie lief unabhängig von den Übernahmeverhandlungen. Nach Marktinformationen soll Dr. Kurt Dittrich von Linklaters hier tätig geworden sein.

Ebenfalls aus dem Markt bekannt ist, dass Dr. Lutz Krämer die Anfang Juli beschlossene Umwandlung der SachsenLB von einer Anstalt des öffentlichen Rechts in eine AG begleitet. Krämer war Anfang des Jahres von Freshfields Bruckhaus Deringer zu White & Case gewechselt.

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