Für 1,8 Milliarden Euro kauft der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) 295 Millionen Stammaktien für einen Preis von sechs Euro pro Aktie. Die Commerzbank erhält gleichzeitig 8,2 Milliarden über eine stille Einlage. Insgesamt liegt die zweite Notstütze, die die Bank von der SoFFin erhält, also bei rund zehn Milliarden Euro.
Bereits Ende des abgelaufenen Jahres hatte die Commerzbank 8,2 Milliarden Euro zur Stärkung ihrer Kapitalbasis von der SoFFin erhalten. Mit den neuerlichen Hilfen erreicht das Geldinstitut nun eine Kernkapitalquote von rund zehn Prozent.
Gleichzeitig läuft die Übernahme der Dresdner Bank vom Allianz-Konzern weiter. Die Commerzbank hatte den Ende August 2008 vereinbarten Kaufpreis von 9,8 Milliarden Euro durch Nachverhandlungen bereits im November auf 5,1 Milliarden Euro gedrückt.
Die Allianz übernimmt ihrerseits einen Teil der Risiken der Dresdner Bank, dazu gehören faule Papiere im Wert von zwei Milliarden Euro für einen Preis von 1,1 Milliarden Euro aus den Büchern der Dresdner Bank. Zudem bleibt der Versicherer über eine stille Einlage von 750 Millionen Euro mit 14 Prozent an der dann fusionierten Bank beteiligt.
Desweiteren erhält die Commerzbank staatliche Garantien in Höhe von 15 Milliarden Euro für die Ausgabe von Schuldverschreibungen. Die Bank hatte als erste in Deutschland eine in dieser Form durch den SoFFin garantierte Anleihe, einen dreijährigen Bond mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro, am Markt platziert.
Berater Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
@FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (Frankfurt): Dr. Andreas Fabritius, Dr. Christoph Gleske, Andreas Bartsch (alle drei Frankfurt), Dr. Benedikt Wolfers (Berlin) – aus dem Markt bekannt
Berater Bundesfinanzministerium
LOVELLS (Frankfurt): Dr. Karsten Müller-Eising, Dr. Tim Oliver Brandi, Dr. Franz-Josef Schöne – aus dem Markt bekannt
Berater Commerzbank
INHOUSE (Frankfurt): Günter Hugger (Leiter Rechtsabteilung), Christoph Trapp (Leiter Corporate), Dr. Sara Romig (alle zur Rekapitalisierung), Armin Barthel (zur garantierten Anleiheemission)
Berater Allianz
SHEARMAN & STERLING : Georg Thoma – aus dem Markt bekannt
Schon bei der ersten Rettungsaktion für die Commerzbank waren Freshfields aufseiten des SoFFIn und Lovells für das Bundesfinanzministerium tätig. Damals agierte auf der Gegenseite noch Sullivan & Cromwell. Im aktuellen Fall meisterte das Inhouse-Team um Günter Hugger die brisante Aufgabe allerdings ohne externe anwaltliche Beratung.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 12. Januar 2008