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29.09.2009

HBM baut neues Mainzer Stadion

Die Düsseldorfer HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH, eine Tochter des Bauunternehmens BAM Deutschland, hat den Zuschlag für die Errichtung des neuen Mainzer Sportstadions Coface Arena bekommen. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 44 Millionen Euro. HBM zeichnet bereits für den Bau der Arena auf Schalke sowie der Mehrzweckhalle o2 World in Berlin verantwortlich. Bauherr des jetzigen Projekts ist die Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG) der Stadt Mainz, der Grundstückserwerb sowie die Infrastruktur werden zwischen Stadt und Land geteilt. Das Vergabeverfahren wurde – erstmals bei einem Stadionneubau – als sogenannter wettbewerblicher Dialog durchgeführt. Dort hatten sich diverse Unternehmen, unter anderem Alpine Bau und die Max Bögl Bauunternehmung GmbH, um den Auftrag bemüht und Vorschläge eingereicht. Bislang trägt Fußballbundesligist FSV Mainz 05 seine Heimspiele im Bruchwegstadion aus, will aber im Sommer 2011 in die Coface-Arena vor den Toren der Stadt umziehen. Einen Eilantrag von Landwirten und eines Anwohners gegen die Teilbaugenehmigung für die dort bereits begonnenen Erdarbeiten hatte das Verwaltungsgericht Mainz Ende Juli abgelehnt. Gegen diese Entscheidung ist mittlerweile eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Koblenz anhängig. (Silke Brünger, Marcus Jung)

Berater GVG Mainz
@SNP Schlawien Naab (Frankfurt): Wolfgang Trautner (Federführung; Öffentliches Recht); Associates: Tanja Turner, Christof Schwabe, Martin Hupfer (alle Vergaberecht) – im Wettbewerblichen Dialog
Wolfgang Trautner, Dr. Siegfried Marnitz (Federführung; beide Öffentliches Recht) – als Beigeladene im Einstweiligen Verfügungsverfahren

Berater HBM Stadien- und Sportstättenbau
@Bornheim v. Rosenthal & Kollegen (Heidelberg): Dr. Helmerich Bornheim (Bau- und Immobilienrecht; Federführung)
@Inhouse (Düsseldorf): Keine Nennungen

Berater Alpine Bau
@Nörr Stiefenhofer Lutz (Dresden): Dr. Tobias Hänsel (Federführung; Vergaberecht), Volker Bock (Vergaberecht)

Berater Max Bögl
@Leinemann & Partner (Berlin): Prof. Dr. Ralf Leinemann, Sebastian Thomas; Associate: Daniel Cordes – aus dem Markt bekannt

Vertreter Antragsteller
@Philipp-Gerlach & Teßmer (Frankfurt): Ursula Philipp-Gerlach; Associate: Tobias Kroll (beide Verwaltungsrecht) – einstweiliges Verfügungs- und Widerspruchsverfahren

Vertreter Stadt Mainz
@Dolde & Partner (Stuttgart): Prof. Dr. Klaus-Peter Dolde, Dr. Bernd Schieferdecker – einstweiliges Verfügungsverfahren – aus dem Markt bekannt

Verwaltungsgericht Mainz, 3. Kammer
Elisabeth Faber-Kleinknecht (Vorsitzende Richterin)

>Das vor allem in den Regionalmedien seit Langem diskutierte Thema des Stadionneubaus in Mainz stand mehrfach auf der Kippe. Bereits im Vorjahr hatten sich diverse Landwirte geweigert, ihre landwirtschaftlichen Flächen für einen Stadionneubau zu verkaufen. Davon unbeeinflusst lief der wettbewerbliche Dialog, in welchem dem Vernehmen neben HBM und Alpine noch weitere Bieter aufgetreten sein sollen. Auf Seiten der GVG trat Schlawien Naab-Partner Trautner auf, der über eine Marktempfehlung an das Mandat gekommen war. Der Vergaberechtler beriet in der Vergangheit unter anderem diverse deutscher Unikliniken bei einem Logistik-Joint Venture. In dem einstweiligen Verfügungsverfahren tritt er neben Siegfried Marnitz auf, der im vergangenen Jahr als vorheriger Leiter des Rechtsamts der Stadt Bad Homburg zu Schlawien Naab gestoßen war.
Die Frankfurter Kanzlei Philipp-Gerlach & Teßmer ist regelmäßige Prozessvertreterin für Naturschutzverbände, Kommunen und Bürgerinitiativen, die sich gegen Baugroßvorhaben wehren. In dieser Funktion trat sie unter anderem im Streit um den Ausbau des Frankfurter Flughafens für den BUND, den Landkreis Groß Gerau und diverse Privatkläger auf.
Die Aktivität des erfolgreichen Bieters HBM ist offensichtlich stark intern gesteuert. Als externe Berater zeigte sich die vor allem im Bau- und Immobilienrecht tätige Kanzlei Bornheim v. Rosenthal & Kollegen. Die Sozietät hat enge Verbindungen zur HBM-Mutter BAM Deutschland. So beriet sie die Baugesellschaft Wayss & Freytag, die später mit Müller-Altvatter zu BAM fusionierte, bereits 2005 beim Umbau der AWD-Arena in Hannover. Zudem weist Bornheim v. Rosenthal ihre Beteiligung bei der Arena auf Schalke als Referenzprojekt aus – realisiert wurde dies wiederum von der Düsseldorfer HMB.

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