Artikel drucken
09.11.2009

Traditions-Geschäft: Pelikan setzt bei Herlitz-Kauf auf BMH

Der  Schreibwaren- und Büroartikelhersteller Pelikan hat die Mehrheit an seinem Konkurrenten Herlitz übernommen. Für 45 Millionen Euro erwarb Pelikan knapp 66 Prozent der Anteile an dem Traditionsunternehmen sowie Gesellschafterdarlehen und Optionen zum Bezug von fünf Millionen Aktien.

Verkäufer war Stationery, eine Tochter des Private Equity-Unternehmens Advent International. Die finanzierende Bank war Maybank. Pelikan wird den Herlitz-Aktionären zudem ein freiwilliges Übernahmeangebot zum Erwerb der restlichen Aktien unterbreiten. Der Deal beinhaltet auch eine knapp 95-prozentige Beteiligung von Pelikan am Herlitz-Logistikzentrum im havelländischen Falkensee, das über eine Tochterfirma betrieben wird.

Pelikan und Herzlitz sind ursprünglich deutsche Traditionsunternehmen, die 1832 beziehungsweise 1904 gegründet wurden. Herzlitz musste 2002 Insolvenz anmelden, konnte jedoch saniert werden. Ein Bankenkonsortium übernahm damals 66 Prozent des Berliner Unternehmens. 2005 kaufte dann die Private Equity-Gesellschaft Advent diesen Anteil.

Herlitz erwirtschaftete 2008 mit 2.000 Beschäftigten einen Umsatz von 301,9 Millionen Euro und einen Gewinn von 3,7 Millionen Euro. Der Konkurrent Pelikan setzte demgegenüber 2008 rund 330 Millionen Euro um. Seit 1996  gehört das Hannoveraner Unternehmen mehrheitlich zu dem malayischen Unternehmen Goodace. Die Kartellbehörden müssen der  Transkation  noch zustimmen. (Lars Hering)

Berater Pelikan
BMH Bräutigam & Partner (Berlin): Jan-Peter Heyer (Corporate / M&A), Dr. Patrick Hohl (Corporate/Kapitalmarktrecht; beide Federführung), Dr. Andrea Reichert-Clauß (Corporate/Kartellrecht), Constanze Grosch (Arbeitsrecht), Dr. Sylko Winkler (Corporate/Grundstücksrecht)
Inhouse (Hannover): Frauke Wandrey

Berater Advent
Lovells (Frankfurt):  Dr. Tim Oliver Brandi (Federführung/Corporate), Rainer Süßmann, Dr. Karsten Müller-Eising (Corporate/Equity Capital Markets), Dr. Katleen Blöcker (Banking); Associates: Alexander Kramer, Arno Glöckner (beide Corporate), Frank Müller (Real Estate)

Berater Herlitz
CMS Hasche Sigle (Berlin): Axel Dippmann , Dr. Jörg Zätzsch (beide Finanzierung), Ralf Kurney (Corporate), Dr. Matthias Nordmann, Dr. Michael Bauer (beide Kartellrecht; Brüssel)
Inhouse (Berlin): Dr. Petra Thiemrodt

Berater Maybank
Sidley Austin (Frankfurt): Dr. Thomas Kulzer (Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Deal brachte ein Wiedersehen alter Lovells-Kollegen.  Nachdem Lovells im Oktober 2006 angekündigt hatte, ihr Berliner Büro im April 2007 zu schließen, verliessen die meisten Berliner Partner die Kanzlei. Der bisherige Standortleiter Dr. Johannes Meinel gründete mit Dr. Benedikt Bräutigam und Jan-Peter Heyer (damals noch Counsel) die eigene Kanzlei BMH, die im Februar 2007 startete.

In den jetzigen Deal kam BMH über einen Pitch. BMH-Partner Bräutigam betreut Pelikan allerdings schon seit längerem, unter anderem in Prozessen. Die Kontakte zu Pelikan stammen noch aus Lovells-Zeiten.

Lovells hatte Advent bereits beim Einstieg bei Herlitz beraten (mehr…)  Außerdem betreute die Kanzlei die Private-Equity-Gesellschaft zuletzt auch  bei der Akquisition einer Mehrheitsbeteiligung an GFKL Financial Services. Lovells gilt seit mehreren Jahren als Hauptberater des Investors Advent in Deutschland, zumeist federführend durch den Frankfurter Partner Dr. Joachim Habetha.

Die CMS-Partner Kurney, Zätzsch und Dippmann berieten Herlitz bereits Anfang 2009 beim Verkauf von Pro Office an die Ring AG. Sidley Austin wurde in diesem Deal zum ersten Mal durch Maybank mandatiert.

  • Teilen