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26.01.2010

Corestate schichtet Portfolio um

Der Schweizer Immobilieninvestor Corestate hat vom Luxemburger Private-Equity-Haus BGP Investments für 150 Millionen Euro ein Portfolio mit 4.700 Wohnungen erworben. Nur kurz zuvor veräußerte Corestate aber auch 1.879 Wohnungen und 95 Gewerbeeinheiten für 100 Millionen Euro. Käufer des Portfolios, das zum Großteil aus Objekten in Nordrhein-Westfalen besteht, war die WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG. Die 4.700 von Corestate erworbenen Wohnungen liegen vornehmlich in Westdeutschland und haben eine Mietfläche von 300.000 Quadratmetern. Die Banken, die das Portfolio ursprünglich für BGP finanziert hatten, müssen der Transaktion noch zustimmen. BGP ist ein Joint Venture der australischen Unternehmen Babcock & Brown und GPT. Der Verkauf, so heißt ist, ist strategisch: BGP will sich von sogenannten non-core-Beständen trennen. Die australische Holdinggesellschaft Babcock & Brown ist insolvent und wird seit Herbst liquidiert. Die deutsche operative Tochter ist zwar davon nicht unmittelbar betroffen, verkauft aber derzeit im Zuge der Pleite ihre Assets. (jat)

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Hans Kessler

150 Millionen Euro Portfolio-Kauf

Berater Corestate

SJ Berwin (Frankfurt): Hans Kessler (Immobilien), Dr. Michael Cziesla (Corporate), Boris Meissner (Steuern); Associates: Birgit Hübscher-Alt, Johann Rumetsch, Richard Schäfer, Madlen Kotte, Dr. Christopher Gadomski

Berater BGP

Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Jochen Winter, Michael Bernhardt (beide Corporate), Patrick Meiisel, Bettina Bokeloh (beide Steuern), Andreas Hautkappe (Restrukturierung); Associates: Heidi Landauer, Octávio de Sousa, Jan Wilms

100 Millionen Euro Portfolio-Kauf

Berater WGF

Inhouse (Düsseldorf): Keine Nennungen

Berater Corestate (als Verkäufer)

Mayer Brown (Köln): Dr. Jürgen Streng; Associate: Andrea Stratmann

Hintergrund: Weder Mayer Brown noch SJ Berwin waren zum ersten Mal für Corestate tätig. Für beide Kanzleien war dies jedoch die erste erfolgreich abgeschlossene Transaktion für die Mandantin. Der beim Kauf des BGP-Portfolios federführende Frankfurter SJ Berwin-Partner Kessler war erst vor gut einem Jahr von Beiten Burkhardt zu der Kanzlei gestoßen.

Wie es heißt, wurden die nicht bekannten Banken, die das Portfolio zunächst für BGP finanziert hatten, inhouse beraten. Willkie, die BGP hier zur Seite stand, gehört in Deutschland zwar nicht zu den Kanzleien mit besonderer Immobilienspezialisierung, dürfte hier aber wegen ihrer Restrukturierungserfahrung gefragt gewesen sein. Der letzte große Immobiliendeal, bei dem die Kanzlei in Erscheinung trat, war der milliardenschwere Verkauf der LEG Landesentwicklungsgesellschaft NRW Mitte 2008.


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