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15.04.2010

Wieder neuer Eigentümer: Ashurst steuert für Triton Erwerb von Stabilus

Der Finanzinvestor Triton hat die Mehrheitsanteile am Automobilzulieferer Stabilus aus Koblenz erworben. Indem die Beteiligungsgesellschaft einen Großteil der Stabilus-Schulden übernimmt und frisches Kapital zuschießt, wandeln sich Eigentumsverhältnisse im Rahmen der sogenannten Loan-to-own-Transaktion.

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Stephan Kock

Der Alteigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Paine & Partner, die Stabilus erst 2008 für 525 Millionen Euro erworben hatte, ist damit außen vor. Daneben bleiben der Hedgefonds Anchorage Adivsors und die Investmentbank Goldman Sachs weiter als Darlehensgeber erhalten. Die früheren Kredite hatte J.P. Morgan syndiziert.

Laut dem Unternehmen sinken die Schulden von Stabilus von rund 480 auf dann 230 Millionen Euro. Stabilus ist weltweiter Hersteller von Gasfedern und hydraulischen Schwingungsdämpfern und war früher Teil der Demag Holding. In den vergangenen Jahren lag die Mehrheit der Anteile stets bei Beteiligungsgesellschaften: erst KKR, dann Montagu und schließlich Paine.

Das Unternehmen erwirtschaftete mit zuletzt 2.800 Mitarbeitern in zehn Ländern einen Umsatz von 385 Millionen Euro. (Marcus Jung)

Berater Triton
Ashurst
(Frankfurt): Dr. Stephan Kock (Federführung), Dr. Bernd Egbers (München), James Collis (alle Finanzrecht; Paris; Englisches Recht), Ute Zinsmeister (Brüssel), Neil Cuninghame (beide Kartellrecht; London); Associates: Sebastian Schoon, Esther Budding, Simon Stadtmann (alle Finanzrecht; München) – zum deutschen Recht
SJ Berwin
(Frankfurt): Boris Meissner, Gerald Thomas (beide Steuerrecht), Dr. Julian Lemor, Dietmar Anders (beide Gesellschaftsrecht), Hilger von Livonius (Finanzmarktrecht); Associates: Birgit Hübscher-Alt (Gesellschaftsrecht), Matthias Full (Steuerrecht)
Wildgen Partners in Law
(Luxemburg): Daniel Boone – zum luxemburgischen Recht
Linklaters (Luxemburg): Karl Sandström, Jean-Yves Lhommel, Michael Jonas (Gesellschaftsrecht, Investmentfondsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Paine & Partner
Beiten Burkhardt
(Frankfurt): Dr. Max Hirschberger (Federführung; Gesellschaftsrecht), Dr. Rudolf Mikus (Steuerrecht), Michael Ziegler (Finanz- und Bankrecht); Associate: Ruth-Maria Thomsen (Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Stabilus Gesellschaft
Freshfields Bruckhaus Deringer
(Frankfurt): Dr. Markus Paul (Unternehmensrecht), David Winfield (London), Dr. Hanns Magold (beide Finanzrecht); Associate: John Evans (London) – aus dem Markt bekannt

Berater Stabilus Management
Heymann & Partner
(Frankfurt): Thomas Heymann – aus dem Markt bekannt

Berater Anchorage Advisors
Latham & Watkins
(Hamburg): Frank Grell, Dan Maze (beide Restrukturierung; London); Associates: Dr. Frederick Staudacher, Dr. Alexander Szodruch, Dr. Torsten Volkholz (alle Restrukturierung), Benoit Lavigne, Aymen Mahmoud (beide Finanzrecht; London)
Oostvogels Pfister Feyten
(Luxemburg) – aus dem Markt bekannt

Berater Goldman Sachs – Nicht bekannt

Berater JP Morgan – Leitung Coordination Commitee
Allen & Overy
(Frankfurt): Gordon Stewart (Restrukturierung); Associates: Neil Caddy, Melissa Manzo, Amy Cooper, Tim Watson – aus dem Markt bekannt

Berater JP Morgan – als Security Trustee
Baker & McKenzie
(London): Nick Tostivin; Associate: Lynn Rosell Rowley (beide Bank- und Finanzrecht; Englisches Recht) – aus dem Markt bekannt
Elvinger Hoss Prussen
(Luxemburg): – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Wegen der komplexen Finanzierungsdokumente, die zugleich in mehreren Jurisdiktionen überprüft werden mussten, oblag die Gesamtprojekleitung auf Seiten Tritons hier keinem Transaktionsanwalt, sondern dem Ashurst-Finanzrechtler Kock. Das Londoner Ashurst-Büro hat in Vergangenheit schon häufiger für Triton gearbeitet, jedoch stellte die britisch-deutsche Zusammenarbeit nun die erste Transaktion für Triton hierzulande dar.

Bei der Strukurierung von Fonds ist Triton eine langjährige Mandantin von SJ Berwin. Die deutschen SJ Berwin-Partner Lemor, Meissner und Schatz betreuten den Investor zuletzt im Zusammenhang mit der Insolvenz der Portfoliogesellschaft Kampa. Der Stabilus-Deal ist jedoch eine Premiere für die gesellschafts- und steuerrechtliche Begleitung von Triton.

Dem Vernehmen nach gab es auf der Alteigentümerseite einen Beraterwechsel. Freshfields beriet Paine 2008 bei der Übernahme von Stabilus (mehr…) und soll nun in den Verhandlungen zunächst ebenfalls für den US-Fonds aufgetreten sein. Schlussendlich beriet die Sozietät jedoch die Stabilus-Gruppe selbst, was Beiten Burkhardt zum Zeitpunkt der fortgeschrittenen Verhandlungen den Weg an die Seite von Paine eröffnet haben soll.

Interessant ist zudem die hohe Beteilung von Luxemburger Anwaltskanzleien, die als jeweilige Spezialisten aufgrund der Fondsstrukturen hinzugezogen wurden.

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