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22.04.2010

Milliardendeal: Deutsche Bahn setzt bei Kauf von Arriva auf Freshfields

Die Deutsche Bahn AG will den britischen Wettbewerber Arriva übernehmen. Mit einem Preis von gut 2,7 Milliarden Euro einschließlich Schulden wäre es der teuerste Zukauf in der Geschichte des Unternehmens. Der Bahn-Aufsichtsrat billigte das Angebot gestern Abend, auch Arriva stimmte dem Vorhaben bereits zu.




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Thomas Bücker

Die Bahn hat gestern ein Angebot in Höhe von 1,8 Milliarden Euro abgegeben, zudem will das deutsche Staatsunternehmen auch die Schulden Arrivas in Höhe von einer Milliarde Euro übernehmen. Finanziert werden soll die angesichts der Bahn-Schulden von über 15 Milliarden Euro stark in der Kritik stehende Transaktion über die Ausgaben neuer Anleihen innerhalb ihres laufenden Finanzierungsprogramms.


Arriva betreibt Bus- und Bahnlinien in zwölf europäischen Ländern und ist eines der wenigen großen Verkehrsunternehmen, das nicht vom Staat kontrolliert wird. Die Gesellschaft beschäftigt 44.000 Mitarbeiter und ist auch in Deutschland mit zahlreichen Buslinien und Regionalzügen, unter anderem dem Allgäu-Express, vertreten.


Das Deutschland-Geschäft von Arriva wird die Bahn aus kartellrechtlichen Gründen wohl abgeben müssen. Profitieren will der deutsche Staatskonzern durch das Investment insbesondere im liberalisierten Verkehrsmarkt in Großbritannien, der als besonders attraktiv gilt und wo Arriva stark aktiv ist. Übernahmegespräche mit Arriva hatte zuletzt auch Keolis, die Tochter der französischen Bahn SNCF, geführt. (Jörn Poppelbaum, René Bender)


Berater Deutsche Bahn
Inhouse
(Berlin): Marianne Motherby, Dr. Thomas Götze, Dr. Martin Lamm (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Christopher Rother, Dr. Udo Woll (Kartellrecht)
Freshfields Bruckhaus Deringer
(London): Barry O’Brien, Dr. Thomas Bücker (Frankfurt), Piers Prichard Jones (gemeinsame Federführung; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Frank Montag, Dr. Thomas Wessely (beide Kartellrecht; Brüssel), Kathleen Healy, David Pollard (beide Arbeitsrecht), Richard Phillips (Bank- und Finanzrecht/Regulierung), Prof. Dr. Marcel Kaufmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht/Regulierung; Berlin), Matthew O’Regan (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Abbe Martineau, Richard Simpson (beide Gesellschaftsrecht/M&A)


Berater Arriva
Herbert Smith (London): Chris Parsons (Federführung), Michael Walter (Gesellschaftsrecht), Gillian Fairfield (M&A)


Berater SNCF: Nicht bekannt


Hintergrund: Freshfields-Partner Bücker verfügt seit Jahren über enge Beziehungen zur Deutschen Bahn. Er berät das Unternehmen immer wieder bei komplexen gesellschaftsrechtlichen Angelegenheiten, wie etwa dem ursprünglich für den Herbst 2008 geplanten Börsengang (mehr…), 2007 bei der Übertragung eine großes Immobilienportfolios (mehr…) und auch schon 2002 bei der milliardenschweren Übernahme der Stinnes AG.


Die englische Top-Kanzlei Herbert Smith setzte sich bei Arriva nach Informationen des britischen Branchenblattes ‚The Lawyer‘ gegen eine Reihe anderer namhafter englischer Sozietäten durch, darunter Dickinson Dees, Field Fisher Waterhouse, Osborne Clarke und ­Pinsent Masons.

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