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23.09.2010

Faule Wertpapiere: Hengeler steht HRE beim Start der Bad Bank zur Seite

Nach der WestLB kann nun auch die krisengebeutelte Hypo Real Estate (HRE) ihre Risikopositionen in eine Bad Bank auslagern. Die Übertragung von Krediten, Wertpapieren und Derivaten im Bilanzwert von insgesamt 173 Milliarden Euro soll zum Monatsende beginnen. Bereits im Juli war eine Abwicklungsanstalt unter dem Namen FMS Wertmanagement gegründet worden.

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Johannes Adolff

Nach Angaben des SoFFin wird die Bad Bank mit 3,87 Milliarden Euro Eigenkapital ausgestattet sein, das erwartete Verluste bei der Abwicklung der toxischen Assets abdecken soll. Eventuelle weitere Nachforderungen trägt der Steuerzahler. Die Risikopositionen sollen bis Mitte 2011 durch
eigene Emissionen der FMS Wertmanagement ersetzt werden. Für die gesamte
Abwicklung sind zehn Jahre veranschlagt.

Wie die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), in die die WestLB ihre Altlasten auslagerte, ist auch die Bad Bank der HRE als teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts innerhalb der Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA) organisiert. Die Risikopositionen, die die HRE-Gruppe nun auslagert, stammen größtenteils aus dem Portfolio der Deutschen Pfandbriefbank (Depfa), die als eine der ersten Banken in Europa im Zuge der Subprime-Krise im Sommer 2008 in Schwierigkeiten gekommen war. Insgesamt ist die FMS Wertmanagement auf eine Übertragungssumme von 210 Milliarden Euro ausgelegt. (Norbert Parzinger)

Berater Hypo Real Estate
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Dirk Bliesener, Dr. Johannes Adolff (beide Federführung), Dr. Daniela Favoccia, Dr. Klaus-Dieter Stephan, Dr. Frank Burmeister, Dr. Karsten Schmidt-Hern, Dr. Christian Hoefs, Dr. Carsten van de Sande, Dr. Thomas Schmidt-Kötters, Dr. Hans-Jörg Niemeyer; Associates: Dr. Christian Schwandtner, Moritz Gröning, Alexander Rang, Thomas Richter, Dr. Christian Bank, Dr. Dirk Barthel, Dr. Lucina Berger, Dr. Michael Boger, Aurélio de Sousa, Dr. Mathias Eisen, Nabil El Eid, Dr. Antje Hagena, Dr. Philipp Hanfland, Dr. Andreas Herr, Dr. Konrad von Hoff, Dr. Josef Hofschroer, Dr. Andreas Hoger, Dr. Christian Horn, Malte Jaguttis, Dr. Jesko Kamischke, Karl Thomas Koenen, Dr. Mathias Link, Dr. Simon Patrick Link, Dr. Jochen Lux, Anish Mashruwala, Christine Messing, Dr. Fabian Osswald, Jan Penselin, Martin Peters, Dr. Helge Rieckhoff, Malte Rosenberg, Stephan Rudolph, Tim Schlösser, Dr. Christian Schmies, Dr. David Schneider, Dr. Sven Henrik Schneider, Dr. Christian Schröder, Dr. Signe Schwarze, Nikolai Sokolov, Anna Thomsen, Dr. Nikolaus Vieten, Dr. Nikolai Warneke, Julia Weidner, Dr. Jens Wenzel
Linklaters
(Brüssel): Dr. Wolfgang Deselaers, Daniel von Brevern (Düsseldorf); Associate: Lars Küpper (alle Beihilferecht)
Inhouse (München): Nicht bekannt

Berater Depfa
Mayer Brown (Frankfurt): Dr. Jörg Wulfken (Federführung), Kai Liebrich (beide Bank- und Finanzrecht), Carsten Flaßhoff (Corporate; Köln) – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Dublin): Nicht bekannt

Berater FMS Wertmanagement
Hogan Lovells (Frankfurt): Dr. Tim Brandi (Gesellschaftsrecht/M&A, Bankaufsichtsrecht), Dr. Sven Brandt (Bank- und Bankaufsichtsrecht, Kapitalmarktrecht), Dr. Franz-Josef Schöne (alle Federführung; Düsseldorf), Dr. Karsten Müller-Eising (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Katlen Blöcker (Bank- und Finanzrecht), Dr. Michael Dettmeier (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Marc Schweda, (Beihilferecht; Hamburg), Dr. Jürgen Johannes Witte (Dispute Resolution, Versicherungsrecht, Düsseldorf), Dr. Sabine Reimann (Immobilienrecht; Düsseldorf), Dr. Marcus Schreibauer (IP/IT-Recht; Düsseldorf), Dr. Richard Reimer (Bankaufsichtsrecht), Dr. Wolfgang Kircher (Bank- und Finanzrecht; München), Dr. Patrick Mittmann (Bank- und Finanzrecht), Dr. Heiko Gemmel (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Thomas Dünchheim (Öffentliches Recht; Düsseldorf), Dr. Nils Rauer (IP/IT-Recht); Associates: Dr. Julian Fischer (Kapitalmarktrecht), Jan Eggers (Beihilferecht; Hamburg), Andreas Gossen (Dispute Resolution, Versicherungsrecht), Frank Müller, Frank Partl (beide Immobilienrecht), Alexander Kramer, Olena Tokman, Marcus Heinrich (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Friedemann Kiethe (Bankaufsichtsrecht), Clara Rego Calderon (Bank- und Finanzrecht), Dr. Anna Rogge (Kapitalmarktrecht), Annika Flues (Steuerrecht; Düsseldorf)
Altenburg
(München): Stephan Altenburg (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater FMSA/SoFFin
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Andreas Bartsch, Dr. Gunnar Schuster (beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Benedikt Wolfers (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Jan Brinkmann (Steuerrecht), Dr. Michael Schäfer (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Hans-Joachim Prieß; Associates: Dr. Franz Josef Hölzl (beide Vergaberecht), Dr. Thomas Voland, Dr. Burkard Wollenschläger (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Gunila Weber, Mark Böhmer (beide Bank- und Finanzrecht), Sandra Hübner (Steuerrecht), Dr. Stefan Bressler, Angela Görner, Norbert Kaliwe, Alexander Eichhorn, Daniel Weingart, Dr. Michael Leicht (alle Gesellschaftsrecht/M&A)
Inhouse (SoFFin; Frankfurt): Bernd Giersberg (Leiter Recht), Dr. Joachim Hoeck, Sigrun Fuchs

Hintergrund: Bei der HRE-Abwicklungsanstalt sind fast alle Akteure wieder mit von der Partie, die bereits die Errichtung der ersten deutschen Bad Bank im Frühjahr 2010 begleitet hatten (mehr…). Das Hengeler Mueller-Team um Bliesener und Adolff hatte damals die WestLB beraten und ist aktuell ebenfalls auf Seiten der betroffenen Bankenholding tätig. Hogan Lovells, im Frühjahr Beraterin der EAA, übernahm diese Rolle nun auch für FMS Wertmanagement. Soweit bekannt, kam auf Empfehlung von Hogan Lovells die Boutique Altenburg ins Mandat. Sie berät ausschließlich zu arbeitsrechtlichen Fragen. Namenspartner Altenburg war Arbeitsrechtspartner im Münchner Büro von Heuking ehe er sich Anfang 2009 selbstständig machte (mehr…). Der Fokus der Kanzlei liegt auf der Arbeitgeberberatung. Die Kanzlei wird unter anderem regelmäßig von Sozietäten hinzugezogen, die über keine eigene arbeitsrechtliche Expertise verfügen oder einen Mandatskonflikt haben.

Freshfields hatte in Sachen EAA das Land Nordrhein-Westfalen als WestLB-Eigentümer beraten und steht nun für die FMSA dem SoFFin-Team um Rechtsabteilungsleiter Giersberg zur Seite. Die Kanzlei hatte für den SoFFin bereits das Rettungsübernahmegesetz 2009 mit erarbeitet und dem Vernehmen nach auch die grundlegende Strukturierung des Bad Bank-Modells begleitet.

Da ein Großteil der toxischen Assets von der HRE-Tochter Depfa stammt, ließ sich diese gesondert beraten. Dass die Wahl auf Mayer Brown fiel, lag nahe, da die Kanzlei ebenfalls bereits in Sachen EAA beraten hatte, damals auf Seiten des SoFFin. Zudem steht die Kanzlei mit Partner Friedrich Merz im Zentrum des bevorstehenden Abverkaufs der WestLB (mehr…).

Dass HRE als gesonderte Beraterin im Beihilferecht Linklaters wählte, ist ebenfalls kaum überraschend. Die Kanzlei hatte die Bankenholding bereits im Herbst 2008 zum ersten Rettungspaket  über 50 Milliarden Euro beraten, damals neben Shearman & Sterling mit einem Bank- und Finanzrechtsteam um Dr. Eva Reudelhuber (mehr…), und war bereits damals auch mit zentralen beihilferechtlichen Themen befasst. Der kürzlich zum Counsel ernannte von Brevern hatte die beihilferechtlichen Kapazitäten bei Linklaters entscheidend erhöht.

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