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25.08.2011

Umbau bei ThyssenKrupp: Remondis kauft Xervon-Geschäft mit Hilfe von Luther

Der Mischkonzern ThyssenKrupp hat nach längerer Suche einen Käufer für seine Dienstleistungstochter Xervon gefunden. Den Zuschlag erhielt Deutschlands größter Entsorger Remondis.

Carsten Beisheim

Xervon ist auf technische Dienstleistungen zur Errichtung und Instandhaltung von Industrieanlagen spezialisiert, vor allem für die Energiebranche sowie die Chemie- und Bauindustrie. Zum Angebot gehören Gerüstbau sowie Montage-, Wartungs- und Reparaturarbeiten. Zuletzt setzte Xervon mit 9.000 Mitarbeitern 670 Millionen Euro um.

Xervon stand bereits 2009 zum Verkauf, es fand sich aber kein geeigneter Käufer. Vor knapp einem Jahr griff ThyssenKrupp die Verkaufspläne auf. In diesem Frühjahr hieß es dann, drei Bieter kämen in die engere Wahl.

Der nun geglückte Verkauf des letzten Dienstleistungsgeschäfts im ThyssenKrupp-Konzern ist ein weiterer Baustein in der Umstrukturierung des Unternehmens. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise haben sich die Essener von mehreren Geschäftsfeldern getrennt. Zudem gab der Dax-Konzern weitere Verkaufspläne bekannt. Insgesamt will sich ThyssenKrupp von 35.000 der 180.000 Mitarbeiter trennen. Abgestoßen werden sollen unter anderem die Edelstahlsparte und mehrere Autozulieferer.

Berater Remondis
Luther (Düsseldorf): Dr. Carsten Beisheim, Christofer Mellert (beide  Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Holger Stappert, Anne Wegner (beide Kartell- und Wettbewerbsrecht), Axel Braun (Arbeitsrecht; Köln); Associates: Torsten Decker, Philipp Dietz, (beide Köln; beide Corporate/M&A); Franz-Rudolf Groß, Dr. Sven Johannsen, Sophie Oberhammer (alle Kartell- und Wettbewerbsrecht), Dr. Ulrike Freigang (Real Estate)
Irwin Mitchell (London): Anne Taylor, Tom Flanagan (beide britisches Recht; Pesnions)
Inhouse: Andrea Klaeden (M&A), Dr. Johannes Kolkmann (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater ThyssenKrupp
Linklaters (Düsseldorf): Achim Kirchfeld (Federführung; Corporate/M&A), Matthew Devey (Arbeitsrecht; Frankfurt), Thomas Bader (Pensions; München); Associates: Dr. Thomas Dörmer, Agnieszka Mögelin-Zinger, Dr. Dominik Massing (alle Corporate/M&A; Düsseldorf), Dr. Carolin Reese (Berlin; Corporate/M&A),,Mark Latimour (Pensions; London), Marc Oliver Banzhaf (Real Estate; Frankfurt)
Inhouse (Essen): Klaus Wiercimok, Stephanie Lüdtke, Hendrik Göbell – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Luther war binnen weniger Monate bereits zum zweiten Mal in einem größeren Transaktionsmandat für Remondis tätig. Die Kanzlei hatte das westfälische Unternehmen schon Ende 2010 als Bieterin für die Evonik-Stromsparte Steag begleitet (mehr…). Es war für die Sozietät damals das erste bedeutende M&A-Mandat aufseiten des Entsorgers. Luther begleitet Remondis in einigen Rechtsgebieten aber schon länger im laufenden Geschäft, so vor allem durch den Kölner Arbeitsrechtler Axel Braun.

ThyssenKrupp griff auf einen vertrauten Berater zurück. Der Düsseldorfer Linklaters-Partner Kirchfeld betreute den Konzern schon als er noch für Freshfields Bruckhaus Deringer arbeitete. Seit seinem Wechsel von Freshfields Ende 2007 beriet er ThyssenKrupp beispielsweise 2009 beim Verkauf des Montage-Dienstleister TK Industrieservice (mehr…). Daneben arbeitet der Essener Konzern aber auch weiterhin mit Freshfields und Hengeler Mueller zusammen. Freshfields begleitete etwa den geplanten und kürzlich gescheiterten Verkauf der Werftsparte. Der arabische Investor Abu Dhabi Mar sprang kurzfristig ab.

ThyssenKrupp-Töchter griffen in der Vergangenheit auch regelmäßig auf andere Kanzleien zurück, so vor wenigen Monaten beim Verkauf der Metallumformsparte. Dort beriet White & Case (mehr…). Der federführende Partner Dr. Alexander Reuter war früher Justiziar im Konzern und mehrere Jahre Leiter der Führungsgesellschaft für den Stahlbereich. (René Bender)

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