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11.01.2012

Neu im Markt: KPS erwirbt mit Hengeler Teile des Bremsengeschäfts von Bosch

Der amerikanische Finanzinvestor KPS Capital Partners erwirbt Teile des Bremsengeschäfts vom Stuttgarter Robert Bosch-Konzern. Dabei handelt es sich um den Bereich Basisbremse, wozu Produkte wie Bremssättel, Scheiben-, Trommel- und Parkbremsen zählen, mit einem Umsatzvolumen von 850 Millionen Euro. Presseberichten zufolge soll der Kaufpreis bei rund 200 Millionen Euro liegen.

Peter Weyland

Peter Weyland

KPS bringt die erworbene Einheit in eine eigens dafür gegründete KPS-Tochtergesellschaft ein. Weltweit sind 5.200 Arbeitnehmer an 20 Standorten in dem jetzt verkauften Geschäftsbereich beschäftigt, in Deutschland rund 30. Mehr als die Hälfte der Belegschaft arbeitet in Indien, China und Australien. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus.

Für KPS Capital Partners ist es die erste Investition in Deutschland. Der Finanzinvestor betreut seit 1996 eine Gruppe von Special Situations Funds mit einem Volumen von derzeit mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar. Dabei investiert das Unternehmen mit seinen knapp 30 Mitarbeitern weltweit hauptsächlich in Restrukturierungen, Sanierungen und andere Sondersituationen. Vor rund einem Jahr hat KPS ein Büro in Frankfurt eröffnet.

Laut Presseberichten sollen noch zwei andere Finanzinvestoren, darunter Marktinformationen zufolge Triton, sowie der japanische Bremsenspezialist Akebono interessiert gewesen sein. Akebono hatte 2009 schon den amerikanischen Teil des Basisbremsengeschäfts von Bosch gekauft. Der Stuttgarter Konzern konzentriert sich im Bremsengeschäft künftig auf die Bremskraftverstär­kung und -regelsysteme wie Antiblockier- und Stabilitätssysteme. Auch das Handelsgeschäft inklusive der Produktion von Bremsscheiben und -belägen verbleibt bei Bosch.

Berater KPS
Hengeler Mueller(Frankfurt): Dr. Peter Weyland, Dr. Frank Burmeister (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Matthias Scheifele (Steuerrecht), Dr. Thorsten Mäger (Kartellrecht), Dr. Dirk Uwer (Öffentliches Recht), Dr. Andrea Schlaffge (IP; alle Düsseldorf); Associates: Dr. Andreas Stoll, Thomas Richter, Frederik Gärtner (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Patrick Wilkening (IP; Düsseldorf), Dr. Gunther Wagner (Steuerrecht), Julia Hoffmann (Kartellrecht), Malte Jaguttis (Öffentliches Recht; beide Düsseldorf)
Paul Weiss Rifkind Wharton & Garrison (New York): Nicht bekannt

Berater Bosch
Ashurst (München): Dr. Lutz Englisch (Federführung), Dr. Nikolaus von Jacobs (beide Corporate/M&A), Marcus Nothhelfer (IP, Commercial), Philipp Beckers (Dispute Resolution); Associates: Dr. Hubertus Schröder, Dr. Fabian von Samson-Himmelstjerna (beide Corporate/M&A), Dr. Hendrik Theismann (Environmental; alle Frankfurt), Bettina Wirth, Sonja Ruttmann, Jutta Wiedemann (alle Corporate/M&A), Frank Baumann, Massimo Bellito-Grillo (beide IP/Commercial)
Inhouse
(Stuttgart): Bettina Holzwarth (Leiterin M&A), Andreas Käde (Leiter IP/Licensing), Dr. Holger Fröhlich, Philipp Grieninger, Dr. Hermann Raible, Frauke Ahnefeld, Gelin Li (alle M&A), Maria Caldarola, Hartmut Zoellner, Dieter Alvermann (alle IP)
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Matthias Karl (Kartellrecht), Dr. Achim Dannecker, Dr. Alexander Werder (beide Steuerrecht); Associates: Dr. Philipp Pichler (Kartellrecht), Dr. Natalie Schweda (Steuerrecht)

Berater Triton
Clifford Chance (Frankfurt): Oliver Felsenstein; Associates: Rose Brounts, Leif Schrader (alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Hengeler-Partner Weyland wurde von KPS-Managing Director Florian Almeling mandatiert, der seit rund einem Jahr in dem neuen Frankfurter Büro von KPS tätig ist. Weyland und Almeling kennen sich jedoch schon länger, unter anderem war Almeling in der M&A-Abteilung der Deutschen Bank tätig sowie zuletzt Chef der Restrukturierungseinheit bei Sal. Oppenheim.

Paul Weiss zählt zu den laufenden Beratern von KPS in den USA und beriet unter anderem zum Kartellrecht.

Ashurst tritt erstmals bei einer abgeschlossenen Transaktion an der Seite von Bosch in der Öffentlichkeit auf und koordinierte auch den Einsatz von Anwälten im Ausland. Sie kam nach einem gewonnenen Pitch in das Mandat, den Bosch unter ihren Panel-Kanzleien veranstaltet hat. Auf dem 2008 eingerichteten M&A-Panel befinden sich neben Ashurst, Beiten Burkhardt, Dorsey & Whitney, Fulbright & Jaworski, Gleiss Lutz, die hier die Bereiche Steuern und Kartellrecht abdeckte, Herbert Smith und Linklaters. Beiten konnte ihre Mandatsbeziehung zur Robert Bosch-Gruppe gerade Ende 2011 deutlich intensivieren. Die Kanzlei betreute das Unternehmen gleich bei mehreren Transaktionen, so beispielsweise im Dezember beim Erwerb des Photovoltaikzulieferers Voltwerk Electronics vom angeschlagenen Solarunternehmen Conergy (mehr…), im Sommer beim Zukauf von zwei Anlagenherstellern für die Pharmaindustrie (mehr…) und auch bei der Übernahme des auf Prozessmanagement spezialisierten Unternehmens Inubit.

Die Inhouse-Abteilung von Bosch ist bekannt dafür, dass sie viele Themen auch ganz ohne externe Hilfe steuert. Hier lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten Beteiligten zufolge bei Ashurst, jedoch ist die Inhouseabteilung aufgrund der Komplexität, unter anderem Carve Out in vielen Ländern, ebenfalls stark involviert. (Geertje Oldermann)

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