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15.02.2012

Hapag Lloyd: Freshfields und Gleiss beraten Aufstockung

Das Albert-Ballin-Konsortium übernimmt weitere Anteile an Hapag Lloyd von der Tui AG und ist künftig mit rund 78 Prozent an Deutschlands größter Reederei beteiligt. Die Stadt Hamburg, die über ihre Beteiligungsgesellschaft HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung mbH an dem Konsortium beteiligt ist, stemmt den Löwenanteil und nimmt 420 Millionen Euro in die Hand. Sie steigert damit ihren Anteil an Hapag Lloyd von derzeit 23,6 Prozent auf mehr als 37 Prozent.

Marius Berenbrok

Marius Berenbrok

Auch die Kühne Maritime GmbH, über die der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne in dem Konsortium engagiert ist, stockt ihre Anteile für einen Preis von 160 Millionen Euro auf. In geringerem Umfang beteiligen sich mit Hansemerkur (13 Millionen Euro) und Signal Iduna (7 Millionen Euro) zwei weitere Albert-Ballin-Mitglieder. Zudem zahlt Hapag-Lloyd ein von Tui begebenes, hybrides Finanzinstrument teilweise zurück. Der gesamte Transaktionswert beträgt 700 Millionen Euro.

Die von der M.M. Warburg-Bank beratenen Investoren und die HSH Nordbank, ebenfalls Kosorten bei Albert Ballin, übernehmen dagegen keine weiteren Anteile.

Berater Albert-Ballin-Konsortium/HGV
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Marius Berenbrok (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christian Ruoff (Steuerrecht), Dr. Helmut Bergmann (Kartellrecht, Berlin), Dr. Alexander Schwahn (Steuerrecht); Associates: Dr. Benjamin Ullrich, Janina Heinz (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Leander Rothemann (Steuerrecht), Dr. Anna Blume Huttenlauch (Kartellrecht; Berlin)

Andreas Rittstieg

Andreas Rittstieg

Berater Albert Ballin/Kühne
Gleiss Lutz (Hamburg): Andreas Rittstieg, Patrick Mossler; Associate: Dr. Till Soyka (alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater TUI
Hengeler Mueller (München): Hans-Jörg Ziegenhain (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Martin Klein (Steuerrecht); Associates: Dr. Simon Link, Daniel Halmer, Dr. Alexander Ego
Inhouse (Hannover): Nicht bekannt

Berater Hapag-Lloyd
Inhouse (Hamburg): Thomas Mansfeld (Leiter Rechtsabteilung) – aus dem Markt bekannt
Allen & Overy (Hamburg): Dr. Helge Schäfer – aus dem Markt bekannt

Berater HSH Nordbank
White & Case (Hamburg): Dr. Matthias Stupp – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Auf Beraterseite finden sich bewährte Beziehungen: Freshfields, Hengeler und Gleiss haben ihre Mandanten bereits 2009 bei einer Finanzspritze für Hapag Lloyd begleitet (mehr…). Kühne-Berater Rittstieg war damals aber noch in seiner eigenen Kanzlei tätig, bevor diese im Herbst 2010 mit Gleiss fusionierte (mehr…). Rittstieg beriet nun zwar weiterhin Kühne hinsichtlich der Neuordnung der Vereinbarungen innerhalb des Albert-Ballin-Konsortiums, war darüber hinaus aber auch von dem Konsortium selbst für die Verhandlungen mit Tui mandatiert. Diese führte er gemeinsam mit Freshfields, die kurz nach dem Einstieg des Konsortiums (mehr…) Latham & Watkins als Hauptberaterin abgelöst hatten.

Freshfields-Partner Berenbrok, Gleiss-Partner Rittstieg und Hengeler-Partner Ziegenhain, die nun alle gemeinsam am Verhandlungstisch saßen, kennen sich zudem alle aus gemeinsamen Zeiten bei Freshfields bzw. deren Vorgängerkanzleien.

Tui vertraut Ziegenhain schon lange. So beriet ein Team um den renommierten Münchner Corporate-Spezialisten den Konzern beispielsweise 2009 im Rahmen der Rekapitalisierung von Hapag Lloyd. Auch Allen & Overy beriet den Tui-Konzern in der Vergangenheit häufiger und kennt die ehemalige Tochter Hapag Lloyd ebenfalls bestens. Die Sozietät betreute Tui etwa 2004 beim Verkauf der Schiene-Logistiktochter VTG (mehr…) und beriet Hapag Lloyd selbst auch vor wenigen Monaten, als es im Rahmen einer umfangreichen Refinanzierung eine neue Kreditlinie aufnahm (mehr…). Marktbekannt ist zudem, dass Allen & Overy über den Frankfurter Partner Dr. Oliver Seiler auf Emittentenseite auch für den angedachten IPO verantwortlich zeichnet.

Daneben vertraute Hapag Lloyd zuletzt aber auch Latham & Watkins, die US-Kanzlei begleitete das Unternehmen im Rahmen von dessen Refinanzierung bei einer Unternehmensanleihe.

HSH-Beraterin White & Case war ebenfalls schon für die Bank in diesem Komplex aufgetreten, und beriet HSH nun zu der durch den Deal hervorgerufene Neuordnung innerhalb des Konsortiums (Christine Albert, René Bender)

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