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14.12.2012

Opel Bochum: Standort geht mit Gleiss Lutz in die Einigungsstelle und Restrukturierung

Im Bochumer Opel-Werk werden nach 2016 keine kompletten Autos mehr gefertigt. Dies kündigte das Unternehmen an. Für den Bereich Getriebefertigung wurde nach JUVE-Informationen eine Einigungsstelle angerufen, die nach einmaligem Zusammenkommen jedoch schon wieder ruht.

Burkard Göpfert

Burkard Göpfert

Marktinformationen zufolge hatte die Arbeitnehmervertretung die Einigungsstelle aus verschiedenen Gründen für nicht zuständig erklärt. Beide Parteien einigten sich offenbar darauf, sie zunächst ruhen zu lassen. Dass die Einigungsstelle überhaupt angerufen wurde, geht soweit bekannt auf einen Interessenausgleich und Sozialplan für die Getriebefertigung zurück.

Sie sieht die Einberufung einer Einigungsstelle vor, sollte eine Schließung des Bereichs im Jahr 2013 anstehen. In den nun folgenden Gesprächen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber über die Zukunft des Standortes wird der Bereich Getriebefertigung daher zunächst vermutlich keine Rolle mehr spielen.

Derzeit arbeiten rund 3.400 Mitarbeiter bei Opel in Bochum. Bereits im Sommer hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass es nach Fertigung der Zafira-Modelle kein Nachfolgeprodukt in Bochum mehr geben würde. Dort gibt es neben der Getriebefertigung noch das Hauptwerk und ein Lager. Die Zukunft der beiden letzteren Bereiche wird nun Gegenstand der anstehenden Gespräche sein.

Frank Lorenz

Frank Lorenz

Der Bochumer Standort war spätestens seit der Wirtschaftskrise immer wieder von Personalabbau und Komplettschließung bedroht. Die Tochtergesellschaft von General Motors schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zuletzt hatten sich Konzern und Arbeitnehmervertreter auf eine Standortgarantie bis Ende 2015 geeinigt. Die Zukunft von Opel in Deutschland insgesamt soll einem sogenannten ‚Deutschlandplan‘ festgelegt werden.

Berater Opel Bochum
Gleiss Lutz (München): Dr. Burkard Göpfert
SBS Schlütter Bornheim Seitz (Köln): Dr. Stefan Seitz
Inhouse (Frankfurt): Ralph Wangemann (Director Labour Relations und Human  Ressources Manufacturing)

Berater Betriebsrat Opel Bochum:
Silberberger Lorenz (Düsseldorf): Dr. Frank Lorenz

Berater Konzernbetriebsrat Opel
Apitzsch Schmidt (Frankfurt): Wolfgang Apitzsch

Berater Opel
Baker & McKenzie (Frankfurt): Guenther Heckelmann

Vorsitzender Einigungsstelle
Martin Bertzbach (ehemaliger Präsident des Landesarbeitsgerichts Bremen)

Alle Beteiligten sind aus dem Markt bekannt.

Guenther Heckelmann

Guenther Heckelmann

Hintergrund: Aufseiten von Opel überrascht vor allem die Mandatierung von Gleiss Lutz-Partner Göpfert, der nun für den Standort Bochum die Restrukturierung begleitet. Bislang galt Dr. Stefan Seitz von der Kölner Kanzlei Schlütter Bornheim Seitz als alleiniger Berater gesetzt. Er beriet den Standort schon viele Jahre im Tarifrecht und begleitete das Unternehmen im vergangenen Jahr auch bei der Einigung zur Standortsicherung (mehr… und mehr…).

Sein Team hat den Interessenausgleich und Sozialplan für die Getriebefertigung erarbeitet und soll Marktinformationen zufolge zukünftig noch zu Second Opinions herangezogen werden. Die Sonderrolle, die der Standort Bochum bei der Mandatierung externer Kanzleien einnimmt, besteht bereits seit Jahren. Auch gilt gemeinhin das Verhältnis zwischen Rechts- und Personalabteilung bei Opel als schwierig.

Die Düsseldorfer Kanzlei Silberberger Lorenz ist als Beraterin noch relativ neu an der Seite des Bochumer Betriebsrats. Sie war in der Einigungsstelle erstmals für den Betriebsrat in prominenter Rolle tätig. Zuvor vertraute die Arbeitnehmervertretung lange auf die Bochumer Kanzlei Bode Dornieden (mehr… und mehr…).

Aufseiten des Gesamtkonzerns gab es hingegen keine Veränderungen. Seit Jahren ist Baker-Partner Guenther Heckelmann für das Unternehmen tätig. Er ist soweit bekannt auch der maßgebliche Berater bei der Erarbeitung des ‚Deutschlandplans‘. Der Konzernbetriebsrat (KBR) vertraut ebenfalls seit Langem auf den bekannten Frankfurter Arbeitnehmeranwalt Wolfgang Apitzsch (mehr…).

 Dass der ehemalige Präsident des Bremer Landesarbeitsgerichts als Einigungsstellenvorsitzender beauftragt wurde, ist ebenfalls keine Überraschung. Schon im vergangenen Jahr hatten sich die Parteien auf Bertzbach geeinigt (mehr…). (Catrin Behlau)

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