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30.09.2016

IPO: Va-Q-Tec betritt mit Hogan Lovells das Frankfurter Börsenparkett

Der Würzburger Spezialist für Isolierverpackungen Va-Q-Tec ist heute an die Frankfurter Börse gegangen. Dort notiert das 2001 gegründete Unternehmen im Prime Standard. Über den Börsengang nahm der Neuling 46,1 Millionen Euro ein, gut zwei Prozent mehr als die angestrebten 45 Millionen Euro.

Michael Schlitt

Michael Schlitt

Die Gesellschaft platzierte gut 6,7 Millionen Anteilsscheine zu 12,30 Euro. Das Emissionsvolumen beläuft sich damit auf 82,9 Millionen Euro. Im Vorfeld des IPOs lag die Preisspanne bei 11,20 bis 13,40 Euro pro Aktie.

Insgesamt besteht das Aktienkapital nun aus gut 13 Millionen Anteilscheinen. Daraus ergibt sich zum Emissionspreis eine Marktkapitalisierung von 161 Millionen Euro.

Der Streubesitz bei Va-Q-Tec liegt bei rund 51,5 Prozent, das Unternehmen hatte rund 50 Prozent angepeilt. Die Va-Q-Tec-Manager und Gründer Dr. Joachim Kuhn und Dr. Roland Caps sind an der nun börsennotierten Gesellschaft mit jeweils gut 16 Prozent beteiligt. Der Anteil des Investors Zouk Capital sollte im Zug des Börsengangs unter 20 Prozent fallen, er lag im Vorfeld bei 32,7 Prozent.

Va-Q-Tec ist spezialisiert auf hoch effiziente Dämmstoffe und -lösungen, die insbesondere in der Pharmalogistik zum Einsatz kommen. 2015 erwirtschaftete die Firma einen Umsatz von 22,5 Millionen Euro, sie beschäftigt derzeit 261 Mitarbeiter. Das Unternehmen entstand als Ausgründung aus der Universität Würzburg und des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung. Neben dem Segment Healthcare & Logistik setzt das Unternehmen beim Wachstum auf die Bereiche Kühlgeräte & Lebensmittel, Technik & Industrie, Bau und Mobilität.

Berater Va-Q-Tec
Hogan Lovells (Frankfurt): Prof. Dr. Michael Schlitt (Federführung), Dr. Susanne Lenz (beide Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Nikolas Zirngibl (Corporate; München), Dr. Heiko Gemmel (Corporate/Steuerrecht; Düsseldorf), John Basnage (Corporate/US-Recht; London), Guido Brockhausen (Corporate; Düsseldorf); Associates: Thomas Poss, Sebastian Seibold, Nona Naydenova, Walter Andert, Christian Schröder (alle Corporate/Kapitalmarktrecht), Peter Huber (Corporate, München), Anne-Svenja de Kiff (Corporate/Tax; Düsseldorf), Oliver Reimers, Mary Ma (beide Corporate/US-Recht, London), Ariane Mehrshahi (Corporate; Luxemburg)

Berater Zouk Capital
King & Spalding (London): Markus Bauman (Capital Markets); Associate: Ilan Kotkis (Corporate)
GLNS (München): Dr. Tobias Nikoleyczik, Dr. Bernd Graßl (deutsches Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
McDermott Will & Emery (Frankfurt): Dr. Martin Kniehase, Joseph Marx (beide Federführung; beide Kapitalmarktrecht), Volker Teigelkötter (Arbeitsrecht; Düsseldorf); Tatiana Marzoli (Kapitalmarktrecht); Bettina Holzberger (Arbeitsrecht; Düsseldorf)
Inhouse Recht (Frankfurt): Marc-Christian Gei (Leiter Recht), Vanessa Harms (Prokuristin)

Hintergrund: Für Hogan Lovells geht das Mandat beim Börsengang von Va-Q-Tec auf das Jahr 2011 zurück, als die Kanzlei das Unternehmen bei einer Venture-Capital-Finanzierung beriet. Damals stieg der Londoner Kapitalgeber Zouk Capital bei der Würzburger Firma ein. Als dessen Berater war ein Noerr-Team um den heutigen GLNS-Partner Dr. Matthias Mittermeier tätig.

GLNS trat nun beim Börsengang mit den Partnern Tobias Nikoleyczik und Bernd Graßl neben King & Spalding für Zouk Capital in Erscheinung und betreute deutsches Recht. King & Spalding selbst begleitete den Mandanten erstmals. Die Beziehungen zwischen Partner Markus Bauman und dem dortigen Principal für Venture Capital bestehen allerdings schon lange.

McDermott Will & Emery beriet neben dem Sole Global Coordinator Berenberg Bank auch die Frankfurter Investmentbanken Mainfirst Bank als Joint Bookrunner und Equinet als Co-Lead bei der Platzierung an der Frankfurter Börse. Im Kapitalmarktrecht unterhält die Kanzlei enge Beziehungen zur Berenberg Bank, die auf mehreren Transaktionen beruhen. Sie bereitete im letzten Herbst auch den IPO von Corestate Capital mit vor, der dann zunächst auf Eis gelegt wurde. (Raphael Arnold)

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