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25.04.2018

Nächste H.C. Starck-Sparte: JX Nippon greift mit Arqis, Reysen und Held Jaguttis zu

Die H.C. Starck-Gruppe hat eine weitere Sparte verkauft: Ihre Tochter H.C. Starck Tantalum and Niobium geht an die japanische JX Nippon Mining & Metals (JXNMM), die bereits Kundin des deutschen Unternehmens war. Mit dem Verkauf wechseln rund 2.600 Mitarbeiter weltweit in den Öl- und Metallkonzern JXNMM, der wiederum zur börsennotierten JXTG Holding gehört. Ein Preis für die umfangreiche Transaktion wurde nicht bekannt. 

Shigeo Yamaguchi

Shigeo Yamaguchi

H.C. Starck Tantalum and Niobium stellt aus Recyclingmaterialien sowie Erzen neue Metallpulver her, die beispielsweise in der Automobilbranche und Elektrotechnik zum Einsatz kommen. Der Verkauf dieser Division ist bereits der zweite große Spartenverkauf binnen kurzer Zeit. Ende letzten Jahres hatte H.C.Stark schon den Geschäftsbereich Surface Technology & Ceramic Powders an die schwedische Firma Höganäs veräußert.

Der Metallverarbeiter H.C. Starck wurde 2006 / 2007 aus dem Bayer-Konzern herausgelöst und an die Finanzinvestoren Advent International und Carlyle Group verkauft. Im Sommer 2016 wurden für die unterschiedlichen Pulver-Divisionen Töchterfirmen bekanntgegeben, in die die entsprechenden Mitarbeiter und Produktionsanlagen überführt wurden. Aktuell verbleiben noch die H.C. Starck Tungsten und die H.C. Starck Infrastructure als Tochterfirmen, die Mitarbeiter der technischen und administrativen Dienste sowie in den Gruppenfunktionen sind bei der Mutterholding tätig.

Die in Japan börsennotierte JXTG Holding zählt mehr als 24.000 Mitarbeiter weltweit.

Berater JX Nippon Mining & Metals Corporation
Arqis (Düsseldorf): Dr. Shigeo Yamaguchi, Dr. Meiko Dillmann (beide Federführung), Eberhard Hafermalz (alle Corporate/M&A), Dr. Andrea Panzer-Heemeier (Arbeitsrecht), Dr. Ulrich Lienhard (Immobilienrecht), Marcus Nothhelfer (IP & Commercial; München), Dr. Mirjam Boche (W&I-Versicherung); Associates: Dr. Yohei Nagata, Florian Kotman (beide Corporate/M&A), Dr. Markus Schwipper (München), Dr. Eva Trost, Carina Engelhard (alle Arbeitsrecht), Jennifer Danisch (Immobilienrecht), Dr. Philipp Maier (IP & Commercial; München)
Held Jaguttis (Köln): Dr. Simeon Held, Dr. Malte Jaguttis, Bernard Altpeter (alle Öffentliches Wirtschaftsrecht/Regulierung)
Reysen (Frankfurt): Evelyn Niitväli (Kartellrecht)
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Stefan Kilgus (Federführung), Sven Fretthold; Associate Dr. Pascal Unger, Dr. Matthias Abendroth (alle Finanzierung)
Nishimura & Asahi  – aus dem Markt bekannt

Norbert Rieger

Norbert Rieger

Berater H.C. Starck
Milbank, Tweed, Hadley & McCloy
(München): Dr. Norbert Rieger (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Matthias Schell (Steuerrecht), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht), Dr. Andrea Eggenstein (auch Federführung; Corporate/M&A; Frankfurt); Associates: Dr. Leopold Riedl, Pascal Härdtner (beide Corporate/M&A; Frankfurt), Jörg Schrade (Steuerrecht), Vanessa van Weelden (Kartellrecht), Dr. Katja Lehr (Finance; Frankfurt)
Inhouse Recht (Goslar): Dr. Jens Grunert (Group General Counsel)
Inhouse Steuern (München): Klaus Sabel (Director Group Taxes, Trade Law & Customs)

Berater Japan Bank for International Cooperation (JBIC)
Clifford Chance: Dr. Jörg Rhiel (Frankfurt), Tatsuhiko Kamiyama (Tokio), Dr. Werner Brickwedde (Düsseldorf); Associates: Yusuke Kobayashi (Tokio), Maria Köhler (Düsseldorf; alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Mizuho Bank
Gleiss Lutz (Frankfurt): Frank Schlobach (Federführung), Patrick Reuter (beide Finanzierung)
Anderson, Mori & Tomotsune (Tokio): – aus dem Markt bekannt

Hintergrund:  Arqis-Parter Yamaguchi ist regelmäßig für japanische Unternehmen und Investoren tätig, er unterstützte auch 2007 den japanische Metalloxidhersteller Toda Kogyo, als jener das Batteriegeschäft der H.C. Starck erwarb. Für den hiesigen Ankauf holte das Arqis-Team noch die Spezialkanzleien Reysen und Held Jaguttis an Bord, mit denen es schon mehrfach Deals gestemmt hat.

H.C. Starck und ihre Großinvestoren setzen bei rechtlichen Fragen regelmäßig auf Milbank. Das hiesige Transaktionteam wurde von dem Münchner Partner Rieger und der Frankfurter Counsel Eggenstein angeführt, die auch schon den Verkauf der Keramikpulversparte unterstützt hatten.

Clifford beriet die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) bei der Zeichnung von nicht stimmberechtigten Anteilen der JX Metals Deutschland (JXMD) mit einem deutsch-japanischen-Team. Das Partner-Tandem aus Rhiel und Kamiyama ist bereits eingespielt: Es unterstützte beispielsweise auch das Familienunternehmen Musashi Seimitsu, als es 2016 den deutsche Automobiltechniker Hay Group erwarb.

Gleiss Lutz und die japanische Sozietät Anderson, Mori & Tomotsune kamen hier für die japanische Mizuho Bank zum Einsatz, die den Erwerb finanzierte. Die Bereitstellung erfolgte über die Düsseldorfer Filiale der Mizuho Bank.

Die Wirtschaftskanzlei Watson Farley wiederum beriet JX Nippon Mining & Metals zur Akquisitionsfinanzierung, für das japanische und thailändische Recht wurde die Kanzlei Nishimura & Asahi hinzugezogen. (Sonja Behrens)

Wir haben den Artikel am 14.August 2018 ergänzt.

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