Artikel drucken
19.10.2018

Versandapotheke: Zur Rose-Gruppe kauft mit Flick Gocke Medpex

Die Schweizer Apothekengruppe „Zur Rose“ kauft Medpex, die drittgrößte deutsche Online-Versandapotheke. 170 Millionen Euro lassen die Schweizer sich den Zukauf kosten. Sie sehen dies als Ergänzung zum Geschäft ihrer marktführenden Tochter DocMorris. Die Finanzierung will die börsennotierte Zur Rose durch eine Kapitalerhöhung sichern.

Irka Zöllter-Petzold

Irka Zöllter-Petzold

Das Ludwigshafener Familien-Unternehmen Medpex konnte sein Geschäft zuletzt deutlich ausbauen. Nach Angaben von Zur Rose gewann Medpex allein im vergangenen Jahr  rund 800.000 Neukunden. Der Umsatz belief sich 2017 auf 139 Millionen Euro. Für 2018 rechnet man mit einem Umsatz von 170 Millionen Euro. Zusammen mit Medpex kommt die Zur Rose-Gruppe auf einen Marktanteil unter den Versandapotheken von 31 Prozent.

Den Medpex-Zukauf will die Zur Rose-Gruppe über eine Kapitalerhöhung finanzieren. Mitte 2017 war die Gesellschaft an die Börse gegangen und hatte rund 200 Millionen Euro eingesammelt. Erst in diesem Sommer flossen über eine Anleihenemission 99 Millionen Euro in die Kasse, die auch für den Wachstumskurs des Unternehmens aufgewendet wurden. Zur Rose hatte zuletzt das Versandgeschäft der Hamburger Apotheke Apo-Rot sowie die spanische Marktplatzplattform Promofarma erworben.

Der Apothekenversandmarkt ist hart umkämpft. In den vergangenen Monaten folgten die führenden Unternehmen der Branche einer harten Akquisitionsstrategie. Zu den großen Playern gehören neben Zur Rose und Medpex auch die Shop Apotheke Europe.

Mit dem Erwerb der Online-Versandapotheke Medpex setzt die Zur Rose-Gruppe nun ein Ausrufezeichen. Sollten die Kartellbehörden den Zukauf genehmigen, entstünde im Verbund mit DocMorris eine Apotheken-Handelsgesellschaft, die die ganze Palette des Apothekenversands anbieten kann. Anders als DocMorris verkauft Medpex vorwiegend rezeptfreie Medikamente und Kosmetik.

Berater Zur Rose
Flick Gocke Schaumburg (Berlin): Dr. Irka Zöllter-Petzoldt, Dr. Martin Oltmanns, (beide Private Equity/M&A), Dr. Andreas Erdbrügger (alle Federführung), Dr. Christian Pitzal (beide Steuerrecht), Dr. Tobias Nießen (Arbeitsrecht; Bonn), Dr. Florian Haus (Kartellrecht; Bonn); Associates: Mathias Bülow, Dr. Matthias Thom (beide Private Equity/M&A), Dr. Martin Weiss (Steuerrecht, alle Berlin), Dr. Ursula Neuhoff (Arbeitsrecht), Fabian Schmidt (Kartellrecht), Alexander Löschhorn (IP; alle Bonn)
Dorn & Krämer (Berlin): Clemens Krämer (Apothekenrecht) − aus dem Markt bekannt
Homburger (Zürich): Dr. Daniel Hasler, Daniel Daeniker (beide Corporate/M&A), Dieter Grünblatt (Steuern); Associates: Dr. Daniel Häusermann, Lorenzo Togni, Fabrice Eckert, Luca Baltensperger (alle Corporate/M&A), Calentin Fluor (IP/IT), Manuel Dubach (Steuern)
White & Case (Frankfurt): Rebecca Emory (Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht: Michael Neff (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Feldhaus_Heiner

Heiner Feldhaus

Berater Medpex
Gütt Olk Feldhaus (München): Dr. Heiner Feldhaus, Dr. Kilian Helmreich (beide Federführung), Adrian von Prittwitz (alle Corporate/M&A), Thomas Becker (IP/IT); Associates: Isabelle Vrancken, Matthias Uelner (beide Corporate/M&A), Julian Zaich (Finanzierung)
Altenburg (München): Andreas Ege (Arbeitsrecht)
Blomstein (Berlin): Max Klasse (Kartellrecht)
Bär & Karrer (Zürich): Mariel Hoch, Fabienne Perlini-Frehner (beide M&A), Thomas Reutter, Daniel Raun (beide Kapitalmarktrecht)
Ulsenheimer Friedrich (München): Dr. Christian Bichler (Apothekenrecht)

Berater Banken (UBS/Morgan Stanley)
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Dr. Katja Kaulamo, Dr. Stephan Hutter; Associates: Nico Feuerstein, David Quartner (London; alle Kapitalmarktrecht)
Baker & McKenzie (Zürich): Dr. Matthias Courvoisier – aus dem Markt bekannt

Emory_Rebecca

Rebecca Emory

Hintergrund: In Deutschland setzt die Zur Rose-Gruppe immer wieder auf Flick Gocke als Transaktions-, Steuer- und Kartellrechtsberater – auch bei dieser Transaktion, die wegen der Kapitalerhöhung allerdings auch nach Schweizer Recht verhandelt wurde. Für ihre Schweizer Themen greift die Gruppe regelmäßig auf die Züricher Kanzlei Homburger zurück. Alle kapitalmarktrechtlichen Themen rund um die Finanzierung bearbeitete ein White & Case-Team, das in ähnlicher Besetzung bereits den IPO der Gruppe begleitete. Dies gilt auch für die Bankenberater von Skadden und Baker & McKenzie.

Auf der Gegenseite mandatierte Medpex für die gesellschaftsrechtliche Transaktionsberatung Gütt Olk Feldhaus-Namenspartner Feldhaus. Dieser beriet das Ludwigshafener Unternehmen vor zwei Jahren bereits beim Erwerb der Vitalsana Apotheken. Im aktuellen Transaktionsmandat arbeitete die Münchner Boutique wiedermal mit dem Arbeitsrechtler von Altenburg, Ege, sowie mit ihrem ehemaligen Freshfields-Kollegen Klasse im Kartellrecht zusammen.

Beurkundet wurde die Transaktion von Dr. Sabine Funke und Dr. Christiane Mühe, die sich vor einem Monat in Frankfurt mit einem Notariat selbständig gemacht haben. (Martin Ströder)

  • Teilen