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14.01.2019

Das nächste Einhorn: Osborne Clarke-Mandantin N26 bekommt frisches Geld

Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat sich von Investoren 300 Millionen US-Dollar (rund 261 Millionen Euro) gesichert – und steigt damit in den Kreis der milliardenschweren Start-ups auf. Bei der aktuellen Finanzierung gehören zu den Investoren der staatliche Investmentfonds GIC aus Singapur und der amerikanische Wagniskapital-Fonds Insight Venture Partners.

Nicolas Gabrysch

Nicolas Gabrysch

Die Gesamtbewertung des Fintech-Unternehmens sei im Zuge der Finanzierung auf rund 2,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte N26 mit. Nach der vorangegangenen Finanzierungsrunde im März 2018 hatte die Bewertung laut einer Sprecherin noch unter einer Milliarde Dollar gelegen. Bei der aktuellen Finanzierung gehören zu den Investoren der staatliche Investmentfonds GIC aus Singapur und der amerikanische Wagniskapital-Fonds Insight Venture Partners. Bereits im März 2018 hatten unter anderem Europas größter Versicherer Allianz und der chinesische Internet-Riese Tencent 130 Millionen Dollar in das Fintech-Unternehmen investiert. Weitere Gesellschafter sind Greyhound Capital, Horizons Ventures, Axel Springer, Early Bird und Valar Ventures.

Die Bank hat seit ihrem Start im Januar 2015 nach eigenen Angaben mehr als 2,3 Millionen Kunden in 24 europäischen Märkten gewonnen. In den vergangenen zwölf Monaten habe sich die Zahl der Kunden verdreifacht. Während viele Start-ups aus dem Finanzsektor mit traditionellen Banken kooperieren, tritt N26 als direkter Konkurrent auf. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 700 Mitarbeiter.

Robert Kilian

Robert Kilian

Berater Insight Ventures Partners
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Stefan Jörgens, Gordon Caplan (New York); Associates: Johannes Eckhardt, Miriam Steets (alle Corporate/M&A)

Berater GIC
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Dr. Wessel Heukamp (Gesellschaftsrecht/M&A und Regulierung), Dr. Martin Schiessl (Steuerrecht; beide Federführung), Dr. Markus Benzing (Regulierung; beide Frankfurt); Associates: Sebastian Pitz, Thomas Schnülle (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Janina Heinz (Regulierung), Andre Happel (Steuerrecht; alle Frankfurt)

Berater N26
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Robert Kilian (Federführung; General Counsel), Friederike Günther, Anke Ulrich (beide Senior Legal Counsel), Lucas Zurheide (Legal Counsel), Sam Davidson (Head of Legal US) 
Osborne Clarke (Köln): Nicolas Gabrysch (Federführung); Associates: Till-Manuel Saur, Sophie-Clara Hoffmann (alle Corporate)

Stefan Jörgens

Stefan Jörgens

Berater Tencent
Hengeler Mueller: Dr. Jens Wenzel (Berlin), Dr. Emanuel Strehle (München; beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Allianz
Gütt Olk Feldhaus (München): Dr. Heiner Feldhaus – aus dem Markt bekannt

Berater Greyhound Capital
Schnittker Möllmann Partners (Berlin): Peter Möllmann (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Horizons Ventures
Hyazinth (Berlin): Timm Theilmann (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Axel Springer
Vogel Heerma Waitz (Berlin): Dr. Clemens Waitz (Corporate/M&A)

Berater Early Bird
Raue (Berlin): Prof. Dr. Andreas Nelle (Corporate/M&A)

Wessel Heukamp

Wessel Heukamp

Hintergrund: Osborne Clarke unterstützte hier eine weitere und gleichzeitig die größte Finanzierungsrunde des Fintechs. Die Gesamtkoordination, die Investors Relations und die Due Diligence lagen in den Händen der N26-Inhouseabteilung um General Counsel Kilian. Seine Mannschaft ist inzwischen bei einer Vielzahl an Rechtsgebieten gut aufgestellt. Osborne Clarke war für die Vertragsverhandlungen zuständig.

Insight Ventures setzte auf ihren langjährigen Willkie-Berater Jörgens. Mit ihm investiert der New Yorker Wachstumskapitalgeber regelmäßig bei deutschen Start-ups. Dazu gehörten beispielsweise die Lieferdienste Delivery Hero und Hello Fresh und der Cloud-Anbieter Brainloop.

GIC streut seine Investitionen breit über verschiedene Branchen, Unternehmen und Länder. In Deutschland sind dies meist Immobilieninvestments, wie die Partnerschaft mit dem Berliner Immobilieninvestmentmanager Caleus Capital. Mit Freshfields arbeitet der Singapurer Regierungsfonds immer wieder zusammen. Für Partner Heukamp war es der erste größere Deal in der Venture-Capital-Szene. Der Leiter der internationalen Praxisgruppe Versicherungen bei Freshfields berät häufig bei branchenspezifischen Großdeals, ist aber aber auch regelmäßig für Private-Equity-Häuser bei ihren Investments in anderen Wirtschaftszweigen tätig.

Die Altgesellschafter blieben bei den Anwälten aus früheren Finanzierungsrunden. Bei Hengeler ist das Mandat von Partner Strehle, der in der vergangenen Runde beriet, inzwischen auf den Berliner Partner Wenzel übergegangen.

Auch das Notariat blieb beim Alten: Dr. Hagen Hasselbrink von Taylor Wessing beurkundete die Verträge. (Christiane Schiffer, mit Material von dpa)

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