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28.03.2019

Glasfaser-Joint-Venture: Telekom und EWE setzen auf Noerr, WilmerHale und DLA

Deutsche Telekom und die Oldenburger EWE haben einen Vertrag über die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Glasfaser Nordwest unterzeichnet. Mit dem geplanten Joint Venture soll in den Glasfaserausbau im Norden Deutschlands investiert werden. Das Vorhaben muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden. Die Beteiligten rechnen damit, dass dies rund vier Monate dauern wird.

Jens Liese

Jens Liese

Laut EWE soll Glasfaser NordWest bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen mit schnellem Internet versorgen. Technische Grundlage dafür sind Glasfaseranbindungen bis ins Haus. Dafür wollen die Deutsche Telekom und EWE zusammen bis zu zwei Milliarden Euro investieren – über einen Zeitraum von rund zehn Jahren.

Im Dezember 2017 hatten beide Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet und das Vorhaben bekanntgegeben. Damals peilten sie einen Start Mitte 2018 an. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kartellbehörde soll das Gemeinschaftsunternehmen nun im Sommer 2019 gegründet werden und seinen Sitz in Oldenburg haben. Informationen zufolge sollen beide Unternehmen zu gleichen Teilen an dem Joint Venture beteiligt sein.

Um einen wirtschaftlichen Ausbau möglich zu machen, ist eine Regulierungsfreistellung der Bundesnetzagentur für das Gemeinschaftsunternehmen beantragt und genehmigt worden. Marktinformationen zufolge hat ein Konkurrent der Telekom gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur bereits Klage eingereicht.

Andreas Meyer-Landrut

Andreas Meyer-Landrut

Berater Deutsche Telekom
Inhouse Recht (Bonn): Dr. Jörn Biederbick (M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Hilmar Leonhardt (Kartellrecht), Carsten Gottschalk (Regulierungsrecht), Marcus Scholl (Infrastrukturrecht), Annuschka Badura, Uta Rieforth (beide Legal/Wholesale), Dirk Mein (Steuerrecht), Katharina Diener (Arbeitsrecht)
Noerr: Dr. Jens Liese (M&A/Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Tobias Frevert (Telekommunikationsrecht; beide Federführung), Dr. Julian von Lucius (Telekommunikationsrecht; beide Berlin); Associate: Dr. Lisa Guntermann (M&A/Gesellschaftsrecht; Düsseldorf)
WilmerHale (Berlin): Dr. Stefan Ohlhoff (Federführung), Dr. Oliver Fleischmann; Associate: Vincent Pál (alle Kartellrecht)

Berater EWE
Inhouse Recht (Bremen): Dr. Hanjo Steinkampf (Leiter Recht), Leif Engelbrecht (Leiter Gesellschaftsrecht), Sebastian Kummer (Gesellschaftsrecht; alle EWE AG), Matthias Büning (Leiter Recht und Regulierung), Andrea Weißenfels, Daniel Karim (Recht & Regulierung; alle EWE TEL)
DLA Piper (Köln): Dr. Andreas Meyer-Landrut (Corporate; Federführung), Dr. Jan Dreyer (Kartellrecht), Jan Pohle (Telekommunikationsrecht), Dr. Enno Ahlenstiel; Associates: Dr. Gregor Schroll (beide Kartellrecht), Marx Dauth (Corporate), Johannes Kirschey (Litigation)

Hintergrund: Sowohl bei der Telekom als auch bei EWE waren große Inhouse-Teams involviert. Vor allem die Telekom ist dafür bekannt, Transaktionen maßgeblich selbst zu steuern.

Beide Seiten setzten darüber hinaus auf vertraute Berater: DLA-Partner Meyer-Landrut beriet den Oldenburger Energieversorger EWE bereits, als dieser seinen Mehrheitsanteil an der Leipziger Verbundnetz Gas (VNG) ausbaute. Ein Team um den Kölner Partner hatte EWE zudem beim Einstieg bei VNG beraten. DLA-Partner Dreyer kümmerte sich für die EWE um das Kartellrecht, während die Telekom mit WilmerHale auf ihre Stammberaterin im Kartellrecht zurückgriff.

Eine Stammberaterposition beim deutschen Telekommunikations-Platzhirschen hält auch Noerr. Partner Liese hatte die Telekom bereits 2013 bei der Übernahme des osteuropäischen Breitbandanbieters GTS Central Europe sowie 2017 beim Kauf von 7.700 Mobilfunkmasten von Telefonica beraten. Zu regulatorischen Fragen etwa im Verhältnis zur Bundesnetzagentur greift der Bonner Konzern auch regelmäßig auf Noerr zurück. Neben Partner Frevert vertritt vor allem Dr. Tobias Bosch den Bonner Konzern in zahlreichen Verfahren. 

Marktinformationen zufolge mandatierte die Telekom für das Antragsverfahren bei der Bundesnetzagentur mit Dolde Mayen allerdings eine weitere Stammberaterin im Regulierungsrecht: Namenspartner Prof. Dr. Thomas Mayen berät die Telekom bereits seit Jahrzehnten im Verhältnis zur Bundessnetzagentur. Rund um die Regulierungsfreistellung arbeitete Mayen mit Partnerin Dr. Barbara Stamm zusammen. (Christine Albert, Helena Hauser; mit Material von dpa)

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