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25.04.2019

Business-Kommunikation: Wendelstein berät Nfon bei DTS-Übernahme

Das Münchner Unternehmen Nfon hat zugekauft. Der Anbieter von cloudbasierten Telefonsystemen erwarb alle Aktien des Mainzer Kommunikationsspezialisten DTS. Einen Teil des Kaufpreises von ingesamt rund 17 Millionen Euro beglich Nfon durch die Ausgabe neuer Aktien, die über eine Kapitalerhöhung generiert worden waren. 

Daniel Müller-Etienne

Daniel Müller-Etienne

Die 2007 gegründete Deutsche Telefon Standard (DTS) hat sich auf die sogenannte SIP-Kommunikation spezialisiert (Session Initiation Protocol). Das Mainzer Unternehmen vertreibt zudem unter dem Label CentrexX auch eine Cloud-Telefonanlage im Mid-Market-Segment, die häufig bei Mittelständlern zum Einsatz kommt.

Nfon ist seit vergangenem Sommer im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Das Transaktionsvolumen des Börsengang lag bei 80,5 Millionen Euro, von denen rund 50 Millionen an die Gesellschaft flossen. Mit der DTS-Übernahme tätigt Nfon ihren ersten Zukauf nach dem IPO. Die Kapitalerhöhung mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Millionen Euro stammt aus bereits genehmigtem Kapital, der Rest des Kaufpreises wurde bar beglichen.

Größter Aktionär von Nfon war schon zum Börsengang das Berliner Beteiligungshaus Milestone Venture Capital (MVC). Dieses kündigte nach dem Ankauf der DTS an, eine Aktienmehrheit von mehr als 50 Prozent an Nfon erlangen zu wollen. Zur Abgabe eines Pflichtübernahmeangebots gemäß WpÜG sei MVC nicht verpflichtet, da das Unternehmen die Stimmrechtsschwelle von 30 Prozent schon zum Börsengang überschritten habe.  

Berater Nfon
Wendelstein (Frankfurt): Dr. Daniel Müller-Etienne (Federführung; M&A/Steuerrecht), Dr. Lars Freytag (Corporate/M&A), Nikolaus Hofstetter (M&A); Associates: Johanna Alince, Kristian Franz, Dr. Marc Holfter, Maximilian Ried, Fabian Römer (alle Corporate/M&A)
Juconomy (Düsseldorf): Dr. Jens Schulze zur Wiesche, Dr. Peter Schmitz (Telekommunikation/Datenschutz)
Klinkert (Frankfurt): Piet Bubenzer; Associate: Dr. Thomas Jochheim (beide IP/IT)
Dr. Jens Jensen (Frankfurt): Dr. Jens Jensen (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (München): Christian Oßwald (General Counsel)

Jörg Windt

Jörg Windt

Berater Altaktionäre der Deutsche Telefon Standard (DTS)
Dr. Jörg Windt (Mainz): Dr. Jörg Windt − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Kauf- und Einbringungsvertrag mit den Altaktionären der Deutsche Telefon Standard wurde unter der Federführung von Wendelstein-Partner Müller-Etienne ausgehandelt, der als Rechtsanwalt und Steuerberater qualifiziert ist. Daher konnte er  sowohl transaktionsbezogene Themen als auch steuerrechtliche Strukturierungsfragen mit seinem Team abdecken. Das Mandat kam auf Empfehlung zustande.

Für telekommunikations- und datenschutzrechtliche Fragen zog Wendelstein die Kölner Boutique Juconomy hinzu, den IP- und IT-rechtlichen Themen wiederum widmete sich die Frankfurter Einheit Klinkert.

Arbeitsrechtliche Fragen bearbeitete die Ein-Mann-Kanzlei backup.legal, die 2017 von Jens Jensen gegründet wurde. Der ehemalige Justem-Partner hat sich auf das Transaktionsarbeitsrecht spezialisiert.

Die bisherigen Eigentümer von DTS hatten für den Verkaufsprozess den Mainzer Transaktionsanwalt Jörg Windt hinzugezogen, der früher bei SJ Berwin sowie Roos Legal tätig war und inzwischen als Einzelanwalt unter dem Label Transaction Law zahlreiche Unternehmer in der Region berät. Er berät die Gesellschaft sowie ihre Hautpaktionäre schon seit Jahren.

Als Nfon im vergangenen Mai an die Börse ging, hatte sie zudem ein Team von CMS Hasche Sigle an der Seite. Als Lead-Partner fungierten Philipp Melzer und Dr. Andreas Zanner. Die gesellschaftsrechtlichen IPO-Vorarbeiten hatten die CMS-Partner Stefan-Ulrich Müller und Dr. Tilman Weichert koordiniert, die sowohl die Gesellschaft als auch ihre Aktionäre bereits seit 2011 bei verschiedenen Venture-Capital-Finanzierungsrunden beraten hatten.

Earlybird Ventures, die ebenfalls in Nfon investiert hatte, ließ sich dazu von der Berliner Boutique Lambsdorff beraten. Die MIG Fonds als verkaufende Gesellschafter hatten für den Börsengang im vergangenen Jahr Taylor Wessing-Partner Marc-Oliver Kurth mandatiert. Die Banken setzten auf die Corporate-Finance-Praxis von Ashurst. Partner Matthias von Oppen koordinierte dafür ein deutsch-amerikanisches Kanzleiteam. (Sonja Behrens)

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