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09.04.2019

Verkauf: Atlantia schlägt mit Gleiss Lutz Hochtief-Aktien für 750 Millionen Euro los

Atlantia, Großaktionärin beim Essener Baukonzern Hochtief, verschafft sich finanziellen Spielraum. Die italienische Autobahnbetreiberin, hinter der die Familie Benetton steht, verkaufte ein großes Paket Hochtief-Aktien. Mit der Blocktrade-Transaktion, deren Wert sich auf rund 752 Millionen Euro beläuft, wurde Goldman Sachs betraut, die die Hochtief-Aktien bei institutionellen Investoren platzieren wird.

Christian Cascante

Christian Cascante

Atlantia war bei Hochtief im Zuge einer 32 Milliarden schweren Transaktion im vergangenen Jahr an Bord gekommen. Damals hatte das Bauunternehmen gemeinsam mit Atlantia und ihrem spanischen Mehrheitseigner ACS den spanischen Mautbetreiber Abertis übernommen. Nun senkt Atlantia ihren Hochtief-Anteil von 23,9 auf etwa 16 Prozent und unterzeichnete dafür eine Aktienkreditvertrag mit Goldman Sachs über 4,6 Millionen Hochtief-Papiere.

Die sogenannte Collar-Transaktion fixiert einen Preiskorridor für die Hochtief-Aktien, mit dem sich Atlantia preislich nach unten absichert. Goldman Sachs wiederum, die die Anteilsscheine laut Presseberichten für mindestens 131 Euro verkaufen soll, hat eine Call Option auf weitere Aktien.

Im Zuge der Aktiendarlehensvereinbarung hat sich Altania verpflichtet, in den nächsten 120 Tagen keine weiteren Hochtief-Aktien zu veräußern. Das Unternehmen, das eine Marktkapitalisierung von rund 18,5 Milliarden Euro hat, betreibt in Italien mehr als 200 Mautstellen und hält auch eine große Beteiligung an Getlink, der Betreiberin des Kanaltunnels nach Großbritannien.

Berater Atlantia
Gleiss Lutz: Dr. Christian Cascante (Frankfurt), Martin Hitzer (Düsseldorf; beide Corporate/M&A), Dr. Kai Birke (Finanzierung; Frankfurt; alle Federführung); Associates: Dr. Hilmar Hütten (Düsseldorf), Andrej Popp (Frankfurt; beide Corporate/M&A), Alexander Gebhardt (Finanzierung; Frankfurt)
Gianni Origoni Grippo Cappelli & Partners − aus dem Markt bekannt

Berater Goldman Sachs
Linklaters (London): Doug Shaw (Finanzierung) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Gleiss-Partner Cascante pflegte enge Kontakte zu italienischen Großkanzleien und war für Atlantia schon bei der großen Abertis-Übernahme im Einsatz. Für das hiesige Finanzierungsinstrument, das Atlantia finanzielle Planungssicherheit gewährt, band der Transaktionsanwalt den Düsseldorfer Aktienrechtler Hitzer und den Frankfurter Finanzierungspartner Birke in die Federführung mit ein.

Goldman Sachs wiederum mandatierte nach JUVE-Recherchen Linklaters, die schon früher für sie bei Blocktrades im Einsatz war. So hatte die Magic-Circle-Kanzlei beispielsweise die Investmentbank und Morgan Stanley  auch als Joint Bookrunners von Daimler 2013 beraten, als der Autokonzern seine verbliebene Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS veräußerte. Die Federführung für die Goldman Sachs-Hochtief-Vereinbarung lag dem Vernehmen nach in London. (Sonja Behrens)

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