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25.05.2019

Prestige-Immobilie: Signa und RFR kaufen Chrysler Building mit McDermott

Das legendäre Chrysler Building in New York hat neue Besitzer: Ein Joint Venture der österreichischen Signa Gruppe und des New Yorker Immobilienentwicklers RFR Holding erwarb den traditionsreichen Wolkenkratzer von den bisherigen Eigentümern, dem Abu Dhabi Investment Council (ADIC) und dem amerikanischen Immobilieninvestor Tishman Speyer. Für Signa ist es der erste Schritt auf den US-Immobilienmarkt.

Jens Ortmanns

Jens Ortmanns

Das Chrysler Building gilt als Architekturikone. Es wurde 1930 im Art-Déco-Stil erbaut und war lange Zeit mit seinen 319 Metern das höchste Gebäude der Welt.

Signa, die mittlerweile ein Immobilienvermögen im Wert von rund 14 Milliarden Euro verwaltet, setzt regelmäßig auf außergewöhnliche Objekte in Innenstadtlagen.

Auch RFR investiert in New York und Deutschland in solche Landmark-Immobilien, wie das Karstadt-Haus am Münchner Hauptbahnhof, die Frankfurter Zeilgalerie oder das Bürogebäude Rosenthaler Höfe in Berlin-Mitte, das vollständig an den Software-Entwickler SAP vermietet ist.

Zusammen konnten sich die Immobilienbesitzer in New York in einem mehrmonatigen Bieterwettbewerb durchsetzen und nicht nur das Chrysler Building an der Lexington Avenue kaufen, sondern auch ein Nachbargebäude in der 42nd Street.

Es ist die erste gemeinsame Transaktion der beiden Investoren. Zuvor hatte Signa schon mehrfach Objekte von RFR erworben, darunter 2017 ein milliardenschweres Portfolio an prestigeträchtigen Kaufhäusern.

Berater Joint Venture Signa und RFR
McDermott Will & Emery: Dr. Jens Ortmanns (Düsseldorf), Elias Eliopoulos (beide Federführung), Keith Pattiz (alle Immobilienrecht; beide New York), Dustin Schwerdtfeger (Finanzierung); Associates: Dr. Pierre-André Brandt, Maria Bretschneider (beide Immobilienrecht; alle Düsseldorf), Vanessa Barmack (Immobilienrecht), Andrea Duncliffe, Nathan Coco, Harrison Kleinman, Cody Ruegger (alle Corporate; alle New York), Patricia Costello, William Smith, Megan Preusker (alle drei Chicago; alle Corporate), John Lutz, Terence McAllister, Mark Yopp (alle Steuerrecht; alle New York)

Stephan Hutter

Stephan Hutter

Berater Signa
Skadden Arps Slate Meagher & Flom: Dr. Stephan Hutter (Corporate; Frankfurt), Eric Cochran (M&A), Peter Mair (Immobilienrecht), Sally Thurston (Steuerrecht; alle New York).
Arnold (Wien): Dr. Bernhard Vetter von der Lilie, Nikolaus Arnold (beide Gesellschaftsrecht)

Berater RFR Holding
Greenberg Traurig (New York): Kristen Lonergan, Meredith Munro (beide Immobilienrecht), Mary Voce, Steve Mastbaum (beide Steuerrecht), Dr. Christian Schede (Immobilienrecht; Berlin)

Berater Verkäuferkonsortium ADIC/Tishman Speyer
Debevoise & Plimpton (New York): Peter Irwin, Serhat Krause (beide Immobilienrecht) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die langjährige Signa-Beraterin McDermott konnte hier mit einem deutsch-amerikanischen Team punkten und beide Käufer hinter dem Joint Venture gemeinsam vertreten. Angeführt wurde das Team, das von der Due Diligence über den strukturierten Bieterprozess bis hin zur Akquisitionsfinanzierung zuständig war, von dem Leiter der europäischen Real-Estate-Praxis Ortmanns und dem New Yorker Partner Eliopoulos. Letzterer war schon mehrfach für RFR im Einsatz.

Für die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Signa Chrysler Holding hatte Signa ihre langjährigen Berater von Skadden Arps mandatiert, die ebenfalls mit einem länderübergreifenden Team die Verträge mit RFR aushandelten.

Für bestimmte gesellschaftsrechtliche Themen nach österreichischem Recht kam zudem die Haus- und Hof-Kanzlei Arnold ins Spiel. Der dort involvierte Gesellschaftsrechtler Vetter, der sich um die Strukturherstellung sowie die Ankaufsfinanzierung kümmerte, ist Ende Januar 2019 in die Partnerschaft aufgestiegen. Die steuerliche Strukturierung der Transaktion in Österreich nahm soweit bekannt Ernst & Young vor.

Greenberg-Partnerin Lonergan hatte bereits ein Joint Venture der RFR Holding beraten, als diese mit dem US-Immobilienentwickler Kushner Companies diverse Portfolios in Brooklyn aufkaufte. Als RFR im Herbst vergangenen Jahres die Rosenthaler Höfe in Berlin erwarb, hatte die Investorin ein ihr gut vertrautes Team von Ashurst um Dr. Liane Mutschter mandatiert. Auf Verkäuferseite war die Kanzlei bhp Bögner Hensel & Partner im Einsatz.

Debevoise begegnete der Abu Dhabi Investment Authority schon in einer früheren Transaktion und unterstützte Tishman Speyer jüngst auch mit einem Londoner Team beim Auflegen des Fonds European Real Estate Venture VIII. (Sonja Behrens)

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