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18.07.2019

Jaguar-Zulieferer: Chinesischer Investor kauft mit GLNS den Sitzbezügehersteller Coindu

Der chinesische Investor Richina hat einen der weltgrößten Hersteller von Fahrzeugsitzbezügen gekauft. Das Familienunternehmen Coindu mit Hauptsitz in Portugal ging an das Investmentvehikel des chinesischen Milliardärs Richard Yan. Coindu, die sich 2016 die Mehrheit an dem oberfränkischen Lederwarenhersteller Hewa Leder gesichert hatte, setzte im vergangenen Jahr 350 Millionen Euro um.

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Daniel Gubitz

Coindu beschäftigt weltweit rund 5.200 Mitarbeiter. Die Hauptproduktionsorte liegen in Portugal, Rumänien und Mexiko. In Deutschland sind die Entwicklungszentren in Ingolstadt und Braunschweig und damit in der Nähe großer Kunden wie VW, Audi und BMW angesiedelt. Außerdem zählen auch Luxusmarken wie Jaguar, Range Rover, Lamborghini, Bentley und Rolls Royce zum Kundenkreis. Die Gruppe gehörte mehrheitlich dem deutschen Unternehmer Maximilian Stichter und der portugiesischen Mitgründerfamilie Gomes.

Nach JUVE-Informationen konnte sich Richina in einem Bieterverfahren durchsetzen, an dem auch deutsche Familienunternehmen und internationale Finanzinvestoren teilnahmen.

Berater Richina
GLNS (München): Dr. Daniel Gubitz (Federführung; Corporate/M&A), Andreas Scheidle (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Cuatrecasas Gonçalves Pereira (Portugal) – aus dem Markt bekannt
bpv Grigorescu Stefanica (Bukarest) – aus dem Markt bekannt

Mark Binz

Mark Binz

Berater Eigentümerfamilien Coindu
Binz & Partner (Stuttgart): Prof. Dr. Mark Binz (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Martin Sorg (M&A), Dr. Armin Weinand (Corporate), Dr. Gerd Mayer (Steuerrecht)

Hintergrund: Der GLNS-Mandant ist bislang vor allem in China und im australisch-neuseeländischen Raum aktiv. Der Zukauf dürfte nun ein Startschuss für seine Aktivitäten in Europa sein.

Binz ist seit vielen Jahren eine der anerkannten Adressen bei der Beratung familiengeführter Unternehmen. Namenspartner Binz hat den Coindu-Mehrheitseigentümer Stichter bereits vor zehn Jahren beim Verkauf von Sevex beraten. Der Kfz-Zulieferer gehörte der Familie von Stichter. 2013 stockte dieser seine Beteiligung an Coindu auf eine Mehrheitsbeteiligung auf. Soweit bekannt hat die Kanzlei auch den Bieterprozess im aktuellen Verkauf aufgesetzt und gesteuert.

Eine Kartellanmeldung war lediglich in der Slowakei nötig, da dort viele Autohersteller und ihre Zulieferer ansässig sind. Im übrigen erfolgte die Transaktion nach Marktinformationen nach deutschem Recht unter Einbindung der portugiesischen Holding. (Christiane Schiffer)

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