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25.07.2019

Wieder zusammengenäht: Stoll kehrt mit Binz & Partner in Familienbesitz zurück

Dürkopp Adler hat seine Beteiligung von 26 Prozent an dem Strickmaschinenhersteller H. Stoll an die Mitgesellschafter verkauft. Damit gingen die Kommanditanteile an dem Reutlinger Unternehmen wieder vollständig in Familienbesitz zurück.

Götz Freudenberg

Götz Freudenberg

Dürkopp Adler gehört seit 2005 der chinesischen ShangGong-Gruppe, die ebenfalls Industrienähmaschinen unter dem Namen Butterfly herstellt. Über ihre europäische Holding hatte sie in den vergangenen Jahren sowohl Dürkopp Adler als auch die beiden Nähmaschinenmarken Pfaff und KSL übernommen. Die Minderheitsbeteiligung an H. Stoll hatte ShangGong Anfang 2016 erworben, die restlichen Anteile behielten damals die Familiengesellschafter.

Strickmaschinenpionier Heinrich Stoll hatte das Unternehmen 1873 gegründet. Heute entwickelt H. Stoll Flachstrickmaschinen, die in der Mode- und Sportindustrie aber auch für Autositze zum Einsatz kommen. Zudem werden Gelenkwärmer und Kompressionsstrümpfe von Stoll-Maschinen gefertigt. Gerade im medizinischen Bereich sieht die Eigentümerfamilie noch Ausbaupotential. 

Mark-Alexander Huth

Mark-Alexander Huth

Berater H. Stoll 
Binz & Partner (Stuttgart): Prof. Dr. Götz Freudenberg (Federführung), Dr. Armin Weinand (beide Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Dürkopp Adler
Schulz Noack Bärwinkel (Hamburg): Dr. Mark-Alexander Huth (Federführung), Johannes Thies (beide Gesellschaftsrecht/M&A)
Inhouse Recht (Bielefeld): Daniela Rott

Hintergrund: Freudenberg, einer der Mitbegründer der Stuttgarter Corporate-Boutique Binz, ist auch Aufsichtsratsvorsitzender bei H. Stoll. Zudem berät er häufig Familienunternehmen.

Schulz Noack hat eine lange Tradition bei der Beratung chinesischer Firmen: So hatte sie ShangGong auch 2005 beim Erwerb von Dürkopp Adler beraten. Anschließend handelte die Kanzlei einige Investments hierzulande für sie aus, darunter auch die Beteiligung an der Stoll-Gruppe.

Doch nicht nur Deals beschäftigen ShangDong derzeit in Deutschland: Beim Landgericht Dortmund ist aktuell ein Spruchverfahren zum verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out bei Dürkopp Adler und zur Höhe der angedachten Barabfindung anhängig (20 O 27/18 AktE). Der Squeeze-out war 2018 eingeleitet worden. Ein Überprüfungsantrag zur Abfindungshöhe wurde unter anderem von der Verbraucherzentrale für Kapitalanleger eingereicht. Im Frühjahr wurde Rechtsanwalt Dr. Peter Dreier zum gemeinsamen Vertreter der nicht-antragstellenden Minderheitsaktionäre bestellt, sowie die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ADKL als Prüferin.

Dürkopp Adler hatte für den Squeeze-out ein Team um die beiden Noerr-Partner Dr. Stephan Schulz und Dr. Laurenz Weinecke mandatiert, zudem beriet bei BDO Hartmut Paulus. Zudem werden dem Vernehmen nach punktuell auch die beiden Anwälte Dr. Christian Brünkmans und Dr. Thomas Lakenberg von Flick Gocke Schaumburg konsultiert, wenn widerstreitende Interessen zwischen Dürkopp Adler und der Hauptaktionärin bestehen. (Sonja Behrens)

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