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25.09.2019

Vertrieb durch Onlinebank: ING setzt mit Taylor Wessing Kooperation mit Axa um

Der Versicherer Axa und die Direktbank ING Deutschland gehen gemeinsam mit einer Restschuldversicherung für Baufinanzierungen an den Markt. Der Baufinanzierungsschutz ist das erste Produkt der Axa, für das die ING den Vertrieb übernimmt. Weitere Angebote für Lebens- und Sachversicherungen sollen in Deutschland, Österreich und vier weiteren Ländern folgen.

Gunbritt Kammerer-Galahn

Gunbritt Kammerer-Galahn

Der französische Versicherungskonzern Axa und die niederländische Großbank haben damit in Deutschland im August eine gemeinsame Versicherungsplattform gestartet. Über sie können Kunden der ING ihre Baufinanzierung nun gegen einen Todesfall absichern.

Die beiden Finanzkonzerne hatten im Sommer 2018 einen entsprechenden Rahmenvertrag geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, den Vertrieb von Versicherungen auf die Onlineplattform der Bank zu bringen. Der Vertrag schließt Deutschland und Österreich sowie Frankreich, Italien, Tschechien und Australien ein.

Die ING Deutschland hat hierzulande rund neun Millionen Kunden, nur zwei andere Banken übertreffen diese Zahl. Die Bank beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter und unterhält Standorte in Frankfurt, Hannover, Nürnberg und Wien.

Der Axa Konzern kam in Deutschland 2018 auf Beitragseinnahmen von 10,7 Milliarden Euro und beschäftigt gut 9.000 Mitarbeiter. Die französische Axa-Gruppe erzielte 2018 einen Umsatz von fast 103 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 6,2 Milliarden Euro. Ihr verwaltetes Vermögen lag Ende 2018 bei rund 1,4 Billionen Euro.

Sven Matschulla

Sven Matschulla

Berater ING Deutschland
Taylor Wessing: Dr. Gunbritt Kammerer-Galahn (Versicherungsrecht/Gesellschaftsrecht), Manuel Nagel (Kartellrecht; beide Düsseldorf), Dr. Lea Siering (Bankrecht; Berlin), Martin Eckel (Versicherungs-/Kartellrecht; Wien); Associates: Dr. Ingo Weckmann, Dr. Yannick Eckervogt (beide Versicherungsrecht/Gesellschaftsrecht; beide Düsseldorf), Konstantin Schrader (Kartellrecht; Hamburg), David Konrath (Versicherungs-/Kartellrecht; Wien)
Inhouse Recht (Frankfurt): Sven Matschulla (Deputy General Counsel/Head Legal Retail Banking), Ssoufian Bouchouaf, Dr. Maike Riegel-Draudt, Christian Schramm, Adrian Wolfert, Mario Zöllner (alle Senior Legal Counsel)

Berater Axa
Inhouse Recht (Köln): Nadia Becker-Faresin (Leiterin Recht Vorsorge, betriebliche Altersversorgung und Vertrieb), Thomas Lenz (Legal Counsel)

Hintergrund: In der Beratung in Deutschland ging es zum einen darum, den Rahmenvertrag zwischen Axa und ING in eine Vereinbarung zwischen den deutschen Töchtern zu gießen. Zum anderen mussten beide Seiten verabreden, wie sie den Vertrieb von Restschuldversicherungen durch die Direktbank in Deutschland organisieren. Für diesen Baufinanzierungsschutz gelang die erste Lösung innerhalb des Rahmenvertrags.

Taylor Wessing setzte sich in einem Pitch für dieses Mandat der ING durch. Neben Deutschland ist Taylor Wessing auch für die Kooperation in Österreich zuständig. Den Rahmenvertrag des Amsterdamer Mutterhauses mit dem französischen Versicherungskonzern hatte zuvor ein britisches Team von Clifford Chance um die Gesellschaftsrechtspartner Alex Erasmus und Cheng Li Yow beraten. 

Innerhalb des Inhouse-Teams der ING war Sven Matschulla als Deputy General Counsel und Head Legal Retail Banking für das Projekt verantwortlich. Anfang August wechselte er in eine globale Corporate-Compliance-Funktion ins Mutterhaus nach Amsterdam.

Für die deutschen Töchter des Versicherers aus Paris, Axa Partners und Axa Konzern, verhandelten Inhouse-Juristen die hiesigen Details der Kooperation mit der ING. Für den Axa Konzern war die Leiterin Recht für die Bereiche Vorsorge, betriebliche Altersversorgung und Vertrieb zuständig. In Einzelfragen beriet Hogan Lovells das Unternehmen. Ein britisches Team der Kanzlei hatte die Axa-Gruppe auch bei dem Rahmenvertrag mit der ING begleitet. (Raphael Arnold)

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